Selenskyj sagt Konferenz in Polen ab – eskaliert der Streit?
Wegen eines eskalierenden Geschichtsstreits mit Polen reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht zu einer Wiederaufbaukonferenz nach Danzig.

Das Wichtigste in Kürze
- Selenskyj sagt seine Reise an eine Wiederaufbaukonferenz in Danzig wegen des Streits mit Polen ab.
- Der Geschichtsstreit belastet die Zusammenarbeit beider Länder weiter.
- Anstelle von Selenskyj wird Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko die ukrainische Delegation leiten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Teilnahme an einer Wiederaufbaukonferenz in Danzig abgesagt. Grund dafür ist ein anhaltender Geschichtsstreit mit Polen.
Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko teilte in Kiew mit, dass sie die ukrainische Delegation leiten werde.

Die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine haben sich verschlechtert. Grund dafür: Ein Streit über die historische Bewertung der ukrainischen UPA-Miliz aus dem Zweiten Weltkrieg. Ukrainische und polnische Medien rufen gemeinsam zur Besonnenheit auf und warnen davor, dass der Konflikt vor allem Russland nütze.
Auslöser war die Benennung einer ukrainischen Armee-Einheit nach UPA-Kämpfern. Dies sorgte in Polen wegen der von der UPA verübten Massaker an Polen für grosse Empörung.
Daraufhin kam es zu einem diplomatischen Schlagabtausch. Beide Seiten schickten Orden, Medaillen oder Ehrungen, die sie zuvor vom anderen Land erhalten hatten, wieder zurück oder verzichteten darauf.
Der Streit wird zusätzlich durch eine wachsende «Ukraine-Müdigkeit» in Teilen der polnischen Bevölkerung verstärkt.










