Selenskyj und weitere Ukrainer geben polnische Orden zurück

Maja Bojic
Maja Bojic

Ukraine,

Ukrainer Streit eskaliert zwischen Polen und Ukraine, nachdem Präsident Selenskyj den polnischen Orden des Weissen Adlers nach Warschau zurückschickt.

Wolodymyr Selenskyj
Die Ukraine macht nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj Fortschritte bei der Entwicklung ihres eigenen Systems zur Abwehr ballistischer Raketen. (Archivbild) - keystone

Im Streit zwischen Polen und der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den polnischen Orden des Weissen Adlers nach Warschau zurückgeschickt. Wie die «Tagesschau» berichtet, handelt es sich um die höchste staatliche Auszeichnung Polens, die zuvor aberkannt worden war.

Der polnische Präsident Karol Nawrocki hatte Selenskyj die Ehrung entzogen. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit einem historischen Konflikt über die Bewertung ukrainischer Militäreinheiten im Zweiten Weltkrieg.

Ist die Rückgabe des polnischen Ordens durch Selenskyj ein wichtiges politisches Signal?

Auslöser ist eine umstrittene Benennung einer ukrainischen Armeeeinheit mit Bezug zur Ukrainischen Aufständischen Armee UPA. Die historische Rolle der UPA sorgt bis heute für Spannungen zwischen beiden Staaten.

Historische Belastung im Fokus

Selenskyj erklärte auf der Plattform X, der Orden stehe für Vertrauen und gegenseitige Achtung zwischen Polen und der Ukraine. Dem «Spiegel» zufolge betonte er, dass solche Symbole nur bei gemeinsamem Respekt bestehen könnten.

Ukrainische Medien veröffentlichten Bilder aus dem Präsidialamt in Kyjiw, die den verpackten Rückversand des Ordens zeigen. Der adressierte Umschlag war an den polnischen Präsidenten gerichtet.

Polens Ministerpräsident Donald Tusk rief beide Seiten zur Deeskalation auf. Wie die «Tagesschau» berichtet, warnte er vor einer weiteren Belastung der europäischen Geschlossenheit.

Politische Reaktionen auf beiden Seiten

Mehrere ukrainische Politiker erklärten sich solidarisch mit Selenskyj und gaben ebenfalls polnische Auszeichnungen zurück. Dazu gehört auch Präsidentenberater Kyrylo Budanow.

Budanow sprach von einer Entscheidung, die Russland politisch in die Hände spiele. Russische Vertreter begrüssten den Schritt laut Berichten öffentlich und kommentierten ihn zustimmend.

Kyrylo Budanow Ukrainer
Kyrylo Budanow gab ebenfalls einen polnischen Orden aus Solidarität mit Selenskyj zurück. - afp

Der ukrainische Botschafter in Warschau sprach von einer gegen das gesamte ukrainische Volk gerichteten Geste. Wie die «Zeit» schreibt, bekräftigte er zugleich die Bedeutung stabiler diplomatischer Kanäle.

Kommentare

User #4095 (nicht angemeldet)

So viel zur Einigkeit

User #1188 (nicht angemeldet)

1943 töteten ukrainische Nationalisten in Polen etwa 100.000 Menschen. IN EINEM MONAT. Fast alle waren Frauen und Kinder.

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