Russland-Wahl: Jabloko-Chef pocht auf Teilnahme

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Russland,

Die liberale russische Oppositionspartei Jabloko hat sich vor dem Obersten Gericht in Moskau gegen ihren drohenden Ausschluss von der Parlamentswahl im September gewehrt.

Nikolai Rybakow Jabloko
Nikolai Rybakow, Chef der russischen Oppositionspartei Jabloko. - keystone

Millionen Russen seien bereit, ihre Stimme der Partei, die den Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert, bei der Duma-Wahl zu geben, sagte Jabloko-Chef Nikolai Rybakow. «Politische Konkurrenz ist das Wesen von Wahlen», betonte er. Die von der kremltreuen Partei Rodina eingereichte Klage auf Ausschluss sei darauf gerichtet, den Menschen eine freie Wahl zu nehmen.

Der Prozess unter Vorsitz von Richter Wjatscheslaw Kirillow wird live im Internet übertragen. Wann ein Urteil gesprochen wird, ist nicht klar.

Die zentrale Wahlkommission hatte Jablokos Teilnahme im Juli einstimmig beschlossen. Rodina wirft Jabloko vor, in ihrem Wahlkampfmaterial Urheberrechte – etwa bei Darstellungen von Friedenstauben – verletzt und für Wahlwerbung im Internet unzulässig viel Geld ausgegeben zu haben. Juristen von Jabloko widersprachen den Punkten in der 40-seitigen Klageschrift.

Die Partei will zur Wahl unter der Losung «Für Frieden und Freiheit» antreten und verspricht angesichts der politischen Repressionen im Land ein «Leben ohne Angst». Rybakow kritisierte, dass Rodina für die Anschuldigungen keine Beweise präsentiert habe, sondern Erfindungen und absurde Gedanken formuliere.

«Der Kläger verwechselt den Gerichtssaal mit einer Talkshow im Fernsehen, wo lautstarke Parolen, Etikettierungen wie «Extremismus» und subjektive Assoziationen an die Stelle des Gesetzes treten«, sagte Rybakow zu den Vorwürfen. Die jahrelange Geschichte von Jabloko zeige, «wir sind eine ausschliesslich friedliche, zivilisierte, rechtmässige politische Organisation», erklärte der Parteichef.

Auch andere kremltreue Parteien hatten einen Ausschluss von der Abstimmung im September gefordert. Mehrere Duma-Abgeordnete, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützen, beschimpften Jabloko-Mitglieder als Verräter und Agenten des Westens. Kritisiert wird besonders, dass kein einziger Kriegsteilnehmer auf der Wahlliste von Jabloko steht.

Die landesweite Parlamentswahl und die Kommunalwahlen sind vom 18. bis 20. September angesetzt. Zugelassen zur Duma-Wahl waren insgesamt elf Parteien. Bisher sind fünf Kräfte im Parlament vertreten.

Kommentare

Weiterlesen

Alpabzug
62 Interaktionen
Kühe schon im Tal
Konkordiahütte
15 Interaktionen
Beim Aletschgletscher

MEHR IN POLITIK

Urs Meister ElCom Strompreise
1 Interaktionen
Strompreise
5 Interaktionen
Bern
1 Interaktionen
St. Gallen / Frauenfeld / Herisau / Appenzell
Viola Amherd F-35 Fixpreis
319 Interaktionen
Schlecht verhandelt

MEHR AUS RUSSLAND

putin
15 Interaktionen
Putin zu Trump
russland leipzig
27 Interaktionen
Moskau
Krieg in der Ukraine
6 Interaktionen
Wende?
Wladimir Putin krieg
48 Interaktionen
Einzige Machtgarantie