Proteste gegen Putins Vorschlag für Verfassungsreform in Moskau

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    Russland,

    In Moskau sind am Sonntag über tausend Demonstranten gegen die von Präsident Wladimir Putin angekündigte Verfassungsreform auf die Strasse gegangen.

    Protestzug in Moskau
    Protestzug in Moskau - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Moskau sind am Sonntag über tausend Demonstranten auf die Strasse gegangen.
    • Die Menschen demonstrierten gegen die von Putin angekündigte Verfassungsreform.
    • Die Polizei nahm zehn Teilnehmer fest.

    In Moskau sind am Sonntag über tausend Demonstranten gegen die von Präsident Wladimir Putin angekündigte Verfassungsreform auf die Strasse gegangen. Die überwiegend jungen Menschen riefen in Sprechchören «Revolution», «Nein zur Diktatur» oder «Putin hau ab», einige Teilnehmer hatten Ausgaben der russischen Verfassung dabei.

    Die Demonstration sollte eigentlich an die Ermordung des Menschenrechtsanwalts Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastasija Baburowa im Januar 2009 erinnern. Viele Teilnehmer nutzten den genehmigten Protestzug aber auch, um ihren Unmut über die von Putin angekündigte Verfassungsreform zum Ausdruck zu bringen.

    Zehn Festnahmen

    Nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation, die politische Proteste in Russland beobachtet, nahmen mehr als 1400 Menschen an der Kundgebung teil. Unter den Demonstranten waren auch Oppositionspolitiker wie die unabhängige Moskauer Abgeordnete Julia Galjamina.

    Die Polizei nahm etwa zehn Menschen fest, darunter einen Demonstranten, der auf einem Plakat Putins Rücktritt forderte.

    Parlament soll gestärkt werden

    Mit seiner Ankündigung einer Verfassungsreform und der Auswechslung seines langjährigen Regierungschefs Dmitri Medwedew hatte Putin am Mittwoch Spekulationen angeheizt, dass er sich mit Änderungen des politischen Systems seinen Verbleib an der Macht sichern will. Kritiker werfen ihm gar den Versuch eines «Verfassungsputsches» vor.

    Putins Pläne für eine Verfassungsreform sehen insbesondere eine Stärkung des Parlaments bei der Regierungsbildung vor. Es soll künftig den Ministerpräsidenten wählen, dessen Ernennung der Präsident nicht ablehnen darf. Bislang bestätigt die Duma den vom Präsidenten vorgeschlagenen Regierungschef.

    putin mischustin
    Wladimir Putin, (l) Präsident von Russland, spricht mit Michail Mischustin, Leiter der russischen Steuerbehörde während ihres Treffens im Kreml. - Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/dpa

    Putin schlug zudem eine Änderung des Verfassungsartikels vor, der die Amtszeit des Präsidenten auf zwei aufeinanderfolgende Mandate begrenzt. Putins vierte Amtszeit als russischer Präsident endet 2024. Laut der derzeit geltenden Verfassung darf er nicht erneut kandidieren.

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