Jaroslaw Kaczynski, Präsident von Polens nationalkonservativer Regierungspartei PiS, glaubt, dass Deutschland nach der Vorherrschaft in Deutschland strebt.
Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der nationalkonservativen Regierungspartei PiS in Polen: Die Regierung stellt Reparationsforderungen an Deutschland.
Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der nationalkonservativen Regierungspartei PiS in Polen: Die Regierung stellt Reparationsforderungen an Deutschland. - Hubert Mathis/ZUMA Wire/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Kaczynski glaubt, dass Deutschland dies mit friedlichen Mitteln erreichen will.
  • Dies hätten sie sich einst mit militärischen Mitteln vorgenommen.

Der Präsident von Polens nationalkonservativer Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, hat Deutschland ein Streben nach Vorherrschaft in Europa vorgeworfen. Die Deutschen wollten heute mit friedlichen Mitteln das erreichen, was sich sie einst mit militärischen Mitteln vorgenommen hätten, sagte Kaczynski am Samstag im niederschlesischen Legnica. Die Stärke Europas liege aber in der Unterschiedlichkeit und der Souveränität der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten.

«Und eine Situation der Dominanz, eine Situation, in der einer der europäischen Staaten – heute neben Russland der grösste – mit friedlichen Mitteln jene Pläne verwirklicht, die er einst mit militärischen Mitteln durchsetzen wollte, ist ein Weg in die Krise und ins Unglück», sagte Kaczynski weiter. Das betreffe sowohl Polen und Europa. «Und auch dieses Land selbst, nämlich Deutschland.»

Der 73-jährige Kaczynski hat kein Regierungsamt inne, gilt aber als starker Mann in Polens Politik. Die Umfragewerte der PiS-Regierung sind angesichts einer hohen Inflationsrate derzeit im Sinkflug. Kaczynski versucht bei Auftritten in der Provinz, mit antideutschen Tönen Wähler zu gewinnen. Im kommenden Herbst wählt Polen ein neues Parlament.

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