Partei von Ex-Rapper liegt bei Parlamentswahl in Nepal vorn
Bei der Stimmenauszählung für die als richtungsweisend geltende Parlamentswahl in Nepal liegt die Partei des ehemaligen Bürgermeisters von Kathmandu, Balendra Shah, vorn.

Die zentristische RSP (Rastriya Swatantra Party) ging in 110 der 146 Wahlkreise, zu denen bis zum Freitagnachmittag (Ortszeit) amtliche Teilergebnisse vorlagen, in Führung. Die Wahl vom Donnerstag war die erste Wahl in dem Himalaya-Staat nach den tödlichen Unruhen vor sechs Monaten, die zum Rücktritt des damaligen Regierungschefs Khadga Prasad Sharma Oli und zur Auflösung des Parlaments führten.
Die relativ junge RSP galt als eine von drei Parteien, der die grössten Siegchancen eingeräumt wurden. Ihr 35-jähriger Spitzenkandidat Balendra Shah alias Belen ist ein ehemaliger Rapper, der sich seit den früheren 2010er Jahren in Nepals Hip-Hop-Szene einen Namen gemacht hatte.
Mit ihm verbinden besonders junge Menschen in dem von Armut geprägten Land die Hoffnung auf Reformen und einen politischen Neuanfang. In den einheimischen Medien wird er auch als populistisch beschrieben. Vor vier Jahren gewann er als unabhängiger Kandidat die Wahl zum Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu. Anfang dieses Jahres trat er zurück und schloss sich der RSP an, um sich für das Amt des Premierministers zu bewerben.
Die vorgezogene Wahl zum Unterhaus, die die mächtigere der beiden Parlamentskammern ist, hat richtungsweisende Bedeutung. Zugleich gilt sie als Test für den Einfluss der jüngeren Wähler. Eine Sperrung von Social-Media-Plattformen hatte im September Zehntausende, meist junge Menschen der «Generation Z» auf die Strasse getrieben. Sie prangerten zudem weit verbreitete Korruption und Vetternwirtschaft an. Im Zuge der Unruhen kamen mehr als 70 Menschen ums Leben.










