Moskau spricht von Treffer auf Rüstungsfabrik Fire Point
Das russische Militär spricht nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kiew von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Ausserdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.

Belege für diese Darstellung lieferte die russische Seite nicht. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren. Drei Menschen wurden nach Behördenangaben getötet, aber nicht in Browary, sondern weit ausserhalb im Dorf Puchiwka, wo eine Drohne das Wohnhaus einer Familie traf.
Kriegsparteien schweigen zu Treffern auf Militärobjekte
Die russische Armee listet seit einiger Zeit die angeblichen militärischen oder militärindustriellen Ziele ihrer Luftangriffe auf. Überprüfen lässt sich dies in den vielen Fällen nicht. Wenn es solche Treffer gibt, ist es Informationspolitik der Ukraine, darüber hinwegzugehen. Aufgezählt werden Einschläge in zivile Objekte wie Wohnhäuser, Betriebe, Geschäfte oder Sozialeinrichtungen. Umgekehrt sprechen auch russische Behörden nur vage von abgestürzten Drohnenteilen in nicht näher bezeichneten Industriebetrieben, wenn es wahrnehmbare Grossbrände beispielsweise in Raffinerien gibt.
Fire Point ist mit dem Marschflugkörper Flamingo, der Langstreckendrohne FP-1 und der Mittelstreckendrohnen FP-2 einer der wichtigsten einheimischen Lieferanten der ukrainischen Armee.










