30 Jahre nachdem bei einem Flug nach Kuwait die Passagiere als Geiseln genommen wurden, entschuldigt sich London dafür. Die Regierung habe zu spät reagiert.
London entschuldigt sich im Fall von 1990 in Kuwait festgesetzten Flugzeugpassagieren
London entschuldigt sich im Fall von 1990 in Kuwait festgesetzten Flugzeugpassagieren - IRAQI TV/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • London entschuldigt sich 30 Jahre nach der Geiselnahme von Flugpassagieren.
  • Die Stadt habe damals die Fluggesellschaft zu spät vor dem drohenden Einmarsch gewarnt.

Mehr als 30 Jahre nach der Geiselnahme von Flugzeugpassagieren im irakisch besetzten Kuwait hat die britische Regierung um Entschuldigung gebeten.

Reisende aus London wurden kurz nach irakischer Invasion gefangen genommen.

London habe die Fluggesellschaft British Airways (BA) damals nicht vor dem drohenden Einmarsch Iraks in Kuwait gewarnt. Das erklärte die britische Aussenministerin Liz Truss am Dienstag in einer schriftlichen Antwort ans Parlament.

Über Invasion informiert

Die Passagiere des Flugs BA 149 waren am 2. August 1990 auf dem Weg von London nach Kuala Lumpur in Kuwait gefangen genommen worden. Nur wenige Stunden zuvor waren die Truppen des irakischen Machthabers Saddam Hussein in den Golfstaat einmarschiert.

Einige der 367 Passagiere und Crewmitglieder verbrachten mehr als vier Monate in Gefangenschaft. Sie wurden von Hussein als menschliche Schutzschilde genutzt.

Einige der ehemaligen Geiseln werfen London vor, dass sich britische Spezialeinheiten an Bord des Flugzeugs befunden hätten. So hätten sie die Sicherheit der Passagiere gefährdet. Aussenministerin Truss bestritt dies wie bereits frühere britische Regierungen.

Sie räumte jedoch ein, dass der britische Botschafter in Kuwait London in der Nacht zum 2. August 1990 über eine mögliche irakische Invasion informiert habe. Die Nachricht wurde an das Aussen- und Verteidigungsministerium, an Downing Street und den Geheimdienst MI6 weitergeleitet. Da habe sich die Maschine jedoch bereits in der Luft befunden.

Doch keine Information?

Die Botschaft sei jedoch weder an British Airways noch das Parlament oder die Öffentlichkeit weitergegeben worden, erklärte Truss. «Dieses Versagen war inakzeptabel.»

Die Fluggesellschaft BA hat die Vorwürfe der Fahrlässigkeit, Verschwörung und Vertuschung stets zurückgewiesen. Die neuen Erkenntnisse bestätigten, «dass British Airways nicht vor der Invasion gewarnt wurde», erklärte das Unternehmen.

Mehr zum Thema:

Fluggesellschaft British Airways Saddam Hussein Botschafter Parlament Regierung