Linke in Frankreich ringt um Kurs für Präsidentenwahl
Nach der Kommunalwahl streitet Frankreichs linkes Lager um seine Aufstellung bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr.

Der Altlinke Jean-Luc Mélenchon, Führungsfigur der Partei La France Insoumise (LFI), sei zur Last der Linken geworden, schimpfte Sozialistenchef Olivier Faure im Sender RMC. Die Grüne Marine Tondelier warnte hingegen vor einer starren Spaltung innerhalb der linken Parteien.
Das linke Lager und insbesondere die Sozialisten tun sich seit Monaten schwer, einen Umgang mit der mitunter populistischen LFI zu finden, die von Mitte-Lager und Rechten regelmässig als linksextrem bezeichnet wird. Bei der Kommunalwahl hatte es in vielen Städten gemeinsame Kandidaten von Grünen, Sozialisten und Kommunisten gegeben. Für die Endrunde schlossen sie sich teils mit LFI zusammen – mit unterschiedlichen Ausgängen.
Sozialist Boris Vallaud sagte im Sender RTL, die Bündnisse mit LFI hätten nicht funktioniert. «LFI hat uns verlieren lassen.» Er forderte mit Blick auf die Präsidentschaftswahl eine klare Positionierung des linken Lagers. Grünen-Chefin Tondelier hingegen mahnte an, man dürfe die lokalen Besonderheiten in der Wahlnachlese nicht ausser Acht lassen, und erinnerte an Erfolge, die auch durch einen Zusammenschluss mit LFI erzielt wurden. Die Idee, dass das linke Lager unvereinbar wäre, führe in eine Sackgasse.
LFI wehrte sich vehement gegen den Vorwurf, Schuld an Verlusten der anderen linken Parteien zu sein.
Bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr kann Staatschef Emmanuel Macron nicht erneut antreten. Am meisten Zuspruch für eine Kandidatur erhalten in Umfragen die rechtsnationale Marine Le Pen und ihr politischer Ziehsohn Jordan Bardella. Ohne einen parteiübergreifenden Kandidaten dürfte das linke Lager schlechte Chancen haben, überhaupt in die Stichwahl zu kommen.










