«Lake America»: Trump teilt Video mit Kampf-Gänsen
Nach der Umbenennung des Ontariosees in «Lake America» postet US-Präsident Trump KI-Videos. Unter anderem wie eine Armee von «Donald Ducks» den See beschützt.

Das Wichtigste in Kürze
- US-Präsident Donald Trump hat den Ontariosee per Verordnung in «Lake America» umbenannt.
- Die Umbenennung ist Teil eines zunehmend eskalierenden Handelskonflikts zwischen den USA und Kanada.
- In der Folge der Umbenennung des Sees hat Trump zwei offensichtlich KI-generierte Videos gepostet.
Inmitten eines erbitterten Zollkriegs mit Kanada hat der US-Präsident Donald Trump den Ontariosee per Verordnung in «Lake America» umbenannt. Dazu veröffentlichte er auf seinen Social-Media-Kanälen mehrere offensichtlich KI-generierte Videos, wie die britische Zeitung «Independent» berichtet.
In einem der Videos marschiert eine Gruppe von Kanadagänsen am Ufer des Sees. Die Vögel tragen Sturmgewehre, haben menschliche Arme und Trumps charakteristische blonde Haare.
Unterlegt ist das Video mit der Titelmusik der Fernsehserie «Hawaii Five-O». Am Ende feuern die Gänse in die Luft, während über einer Stadt, die Toronto ähnelt, Feuerwerk explodiert.
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In einem zweiten Video zeigt sich Trump selbst. Er reisst ein Schild mit der Aufschrift «Welcome to Lake Ontario» um. Dann ersetzt er es durch eines mit der Aufschrift «Welcome to Lake America». Danach tanzt er zur Musik von «YMCA».
Bereits früher in der Woche hatte Trump angekündigt, den Ontariosee umbenennen zu wollen, und hat dazu Videos gepostet. In einem TikTok-Video sieht man ihn, wie er mit einem Filzstift den Namen «Lake Ontario» durchstreicht und «Lake America» hinschreibt.
Kein Scherz
Zweifel daran, dass es sich bei der Umbenennung des Sees lediglich um einen Scherz handelte, wurden am Donnerstag ausgeräumt. Trump unterzeichnete eine Durchführungsverordnung, die Bundesbehörden dazu verpflichtet, den Ontariosee als «Lake America» zu bezeichnen.

Damit knüpfte er an seine ähnliche Initiative aus dem vergangenen Jahr an. Da hatte der US-Präsident angeordnet, den Golf von Mexiko in «Gulf of America» umzubenennen.
Allerdings hat Trumps Anordnung Grenzen. Er kann zwar den US-Bundesbehörden vorschreiben, wie sie geografische Bezeichnungen verwenden. Andere Länder, Bundesstaaten oder private Unternehmen kann er dazu jedoch nicht verpflichten, schreibt «Independent».
Die Umbenennung des Sees ist nur ein Teil eines grösseren Konflikts. Die Beziehungen zwischen den USA und Kanada haben sich seit Trumps Amtsantritt deutlich verschlechtert. Trump hatte mehrfach vorgeschlagen, Kanada solle der «51. Bundesstaat» der USA werden.

Kanadas Premierminister Mark Carney reagierte auf Trumps Anordnung auch mit einem Post auf Social Media. Er stellte den historischen Ursprung des Namens klar: «Der Name kommt vom Wendat Wort Ontari'io. Das heisst: ’Der See ist wunderschön, Der See ist gross’.»
Laut Carney werde der See in Kanada «Lake Ontario» genannt – «Damals, heute und immer».
Handelskrieg eskaliert
Am 22. August verhängten die USA Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Laut der Trump-Regierung diskriminiert Kanada amerikanische Unternehmen.
Carney wies diese Vorwürfe zurück. Er bezeichnete die Zölle als eine Art Kriegshandlung. Und Kanada reagierte seinerseits mit Gegenzöllen von bis zu 50 Prozent auf amerikanische Produkte.
Der Streit beschränkt sich nicht auf Wirtschaftsfragen. Trump griff in einem Post auf seiner Plattform Truth Social auch Ontarios Premierminister Doug Ford persönlich an.
Ford reagierte auf einer Pressekonferenz unmissverständlich auf Trump. Er bezeichnete ihn als «Diktator» und «Tyrannen». Zudem forderte Ford Trump in deutlichen Worten dazu auf, ihn «am Allerwertesten zu küssen».











