Kiews Gegenangriffe: Russland meldet Schäden durch Drohnen
In Russland haben nach den von der Ukraine angedrohten Drohnenangriffen am Morgen mehrere Regionen Brände, Schäden und einen Toten gemeldet.

In Wolschski im Gebiet Wolgograd starb ein 60 Jahre alter Mann in einer Kunststofffaserfabrik, wie Gouverneur Andrej Botscharow mitteilte. Eine 55 Jahre alte Frau sei mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht worden.
Im Süden von Wolgograd (früher Stalingrad) kam es demnach auch zu einem Brand in einem nicht näher benannten Energieobjekt. Auch ein Wohnhaus sei in der Region beschädigt worden.
Im Gebiet Jaroslawl gab es nach Behördenangaben ebenfalls einen massiven ukrainischen Drohnenangriff. Industrieobjekte für die Lagerung von Treibstoffen seien getroffen worden, sagte Gouverneur Michail Jewrajew. Ein Brand werde gelöscht. Verletzte gebe es nicht. Zeitweilig habe die Strasse nach Moskau gesperrt werden müssen.
Auch in der Hafenstadt Temrjuk brach laut Behörden nach dem Absturz von Trümmern einer abgeschossenen Drohne ein Feuer aus. Verletzte gebe es in dem Kurort am Asowschen Meer, dem nördlichen Nebenmeer des Schwarzen Meeres, nicht, hiess es.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind in der Nacht zum Freitag 208 Drohnen abgeschossen worden. Überprüfbar sind die Informationen von unabhängiger Seite nicht. Ukrainische Angriffe habe es in 13 Regionen gegeben, hiess es. Zur Gesamtzahl der von Kiew eingesetzten Drohnen und zu Treffern machte das Ministerium wie immer keine Angaben.
Dagegen meldeten die ukrainischen Luftstreitkräfte, dass Russland die Ukraine mit einer ballistischen Rakete vom Typ Iskander und 232 Drohnen angegriffen habe. 217 Drohnen seien unschädlich gemacht worden, es habe aber auch Einschläge gegeben. Zu den Treffern oder Schäden machte die ukrainische Flugabwehr keine näheren Angaben.
Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Drohnenattacken im russischen Hinterland angekündigt. Nach seiner Darstellung sollen durch die Angriffe etwa auf Anlagen der Ölindustrie Moskau die für die Kriegswirtschaft wichtigen Einnahmen aus dem Energieexport genommen werden. Ein weiteres Ziel sei, den Aggressor durch den Druck der Angriffe an den Verhandlungstisch zu zwingen – für eine gerechte Beendigung des Kriegs, hatte Selenskyj erklärt.






