Auch die Jugend flüchtet wegen des Kriegs aus der Ukraine. Lehrkräfte fürchten jedoch, dass deutsche Schulen nicht genügend darauf vorbereitet sind.
Flüchtlinge aus der Ukraine am Hauptbahnhof in München. Der Deutsche Lehrerverband rechnet mit der Ankunft von bis zu 250.000 schulpflichtigen ukrainischen Kindern.
Flüchtlinge aus der Ukraine am Hauptbahnhof in München. Der Deutsche Lehrerverband rechnet mit der Ankunft von bis zu 250.000 schulpflichtigen ukrainischen Kindern. - Sven Hoppe/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland sind bisher 380'000 Ukraine-Flüchtlinge registriert, davon 65'000 Kinder.
  • Lehrerverbands-Präsident Meidinger sieht die Schulen dafür zu wenig vorbereitet.

Die deutschen Schulen sind nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands nicht ausreichend auf die grosse Zahl von Ukraine-Flüchtlingskindern vorbereitet.

Die deutsche Politik tue zu wenig, um kurzfristig zusätzliche Lehrkräfte zu gewinnen, sagte Lehrerverbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger der «Augsburger Allgemeinen» (Freitagausgabe). Er forderte «grosse Kampagnen» zur Personalrekrutierung.

Jugend: Bisher gut 65'000 Flüchtlingskinder aus der Ukraine

Meidinger schlug vor, auf pensionierte Lehrer zuzugehen, «die in den Schuldienst zurückkehren sollen» und auf Lehramtsstudierende.

«Und ich kann mir vorstellen, dass finanzielle Anreize Teilzeitkräfte dazu bewegen könnten, vorübergehend ihre Stunden aufzustocken.»

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden bisher mehr als 380'000 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland registriert.

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Astrid-Sabine Busse (r, SPD), Berlins Bildungssenatorin, besucht im Oberstufenzentrum Hans-Böckler eine Willkommensklasse für schutzsuchende SchülerInnen aus der Ukraine. Auch die Jugend flüchtet wegen des Kriegs aus der Ukraine. - Joerg Carstensen/dpa

Der Grossteil der Geflüchteten sind Frauen und Kinder. An allgemein- und berufsbildenden Schulen wurden laut Kultusministerkonferenz bisher gut 65'000 Kinder und Jugendliche aufgenommen.

Es sei zu erwarten, dass ein beträchtlicher Teil der ukrainischen Kinder die Realschule oder das Gymnasium anstrebe, sagte Meidinger weiter. «Diese Schulen sind auf Willkommensgruppen aber gar nicht eingestellt.» Zumindest im laufenden Schuljahr, sehe es «noch eher nach Durchgewurschtel aus.»