Johnson will Zahl britischer Soldaten in Osteuropa verdoppeln

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    Nach US-Präsident Joe Biden hat auch der britische Premierminister Boris Johnson angekündigt, die Militärpräsenz der Nato in Osteuropa zu verstärken.

    Johnson am Donnerstag bei einem Truppenbesuch
    Johnson am Donnerstag bei einem Truppenbesuch - POOL/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die britische Regierung bietet der Nato eine deutliche Verstärkung der Militärpräsenz an.
    • Premierminister Johnson kündigte an, die Zahl der Soldaten verdoppeln zu wollen.
    • Derzeit sind rund 1150 britische Soldaten in Osteuropa stationiert.

    Wie Johnson am Samstagabend mitteilte, will London der Nato anbieten, die Zahl der britischen Soldaten in der Region zu verdoppeln, um auf die zunehmende «russische Feindseligkeit» gegenüber der Ukraine zu reagieren. Derzeit sind rund 1150 britische Soldaten in Osteuropa stationiert. London will den Angaben zufolge neben den zusätzlichen Soldaten auch Waffen, Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge nach Osteuropa verlegen. Estland soll zudem «Defensivwaffen» erhalten.

    Das Angebot, welches die britische Regierung den Militärchefs der Nato offiziell in der kommenden Woche unterbreiten will, soll «dem Kreml eine deutliche Botschaft senden», wie Johnson ausführte. «Wir werden seine destabilisierenden Aktivitäten nicht dulden und stehen angesichts russischer Feindseligkeiten immer an der Seite unserer Nato-Verbündeten.»

    Ukraine Konflikt Grenze
    Ein ukrainischer Soldat geht an der Frontlinie durch einen Graben. - dpa-infocom GmbH

    Darum habe er dem britischen Militär befohlen, sich in der kommenden Woche auf einen Einsatz in Europa vorzubereiten, «um sicherzustellen, dass wir unsere Nato-Verbündeten zu Lande, zu Wasser und in der Luft unterstützen können», fügte Johnson hinzu. Wenn sich der russische Präsident Wladimir Putin für «Blutvergiessen und Zerstörung in der Ukraine» entscheiden sollte, wäre dies für ganz Europa «eine Tragödie», erklärte Johnson. Die Ukraine müsse frei über ihre eigene Zukunft entscheiden können.

    Johnson will mit Putin telefonieren

    Johnson hatte bereits am Freitag angekündigt, in den kommenden Tagen in einem Telefonat mit Putin über den Ukraine-Krieg zu beraten. Er will in der kommenden Woche auch in die Region reisen. Das genaue Ziel wurde bisher nicht genannt. Die britische Regierung will am Montag militärische Optionen diskutieren, hiess es nun. Am Dienstag werde Generalstabschef Tony Radakin das Kabinett über die Lage informieren.

    In Brüssel sollen zudem die Details des britischen Angebots mit der Nato besprochen werden. Johnson wolle sich zudem Anfang Februar mit den Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitglieder treffen, hiess es aus Regierungskreisen ohne Details. Aussenministerin Liz Truss und Verteidigungsminister Ben Wallace sollen bald für Gespräche nach Moskau reisen. Am Montag will das Aussenministerium in London zudem neue Sanktionen bekanntgeben, die Russlands «strategische und finanzielle Interessen» treffen sollen.

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    Die USA wollen mehrere hundert Soldaten aus Rumänien abziehen. (Symbolbild) - dpa

    Russland hat nach westlichen Angaben mehr als 100'000 Soldaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogen. Den Westen treibt deshalb die Sorge um, dass Russland nach der Annexion der Krim 2014 einen Einmarsch in das Nachbarland vorbereitet.

    Vor dem Hintergrund der Spannungen hatte die Nato Anfang der Woche eine Verstärkung ihrer Militärpräsenz in Osteuropa angekündigt. Am Freitag kündigte Biden an, weitere US-Truppen in osteuropäische Nato-Staaten zu verlegen. Frankreich plant die Entsendung mehrerer hundert Soldaten nach Rumänien als Teil eines möglichen Defensiv-Einsatzes an der Nato-Ostflanke, wie Verteidigungsministerin Florence Parly am Samstag ankündigte.

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