Iran: Keine Verhandlungen mit USA bei Atomtreffen in Wien

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Iran,

    Am Dienstag treffen sich die Vertragspartner des Atomabkommens von 2015 in Wien. Zu Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wird es nicht kommen.

    Abbas Araghchi
    Irans Vize-Aussenminister Abbas Araghchi bei den Verhandlungen über das Atomabkommen von 2015 in Wien. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ex-Präsident Donald Trump kündigte das Atomabkommen von 2015 einseitig auf.
    • Am Dienstag geht ein Treffen mit den Vertragspartnern über die Bühne.
    • Joe Biden will versuchen, das Abkommen mit dem Iran zu retten.

    Der Iran wird laut Aussenministerium bei dem neuen Atomtreffen in Wien keine Verhandlungen mit den USA führen. «Wir werden in Wien weder direkt noch indirekt mit den USA sprechen», sagte Vizeaussenminister Abbas Araghchi am Sonntag. Er wies Medienberichte zurück, wonach es am Dienstag auch indirekte Verhandlungen zwischen den beiden politischen Erzfeinden geben werde.

    Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte das Wiener Atomabkommen von 2015 einseitig aufgekündigt.

    Iran bedingt aus: USA müssen zum Atomabkommen zurück

    Die verbliebenen Vertragspartner sind China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Russland. Das Treffen am Dienstag ist der erste ernsthafte Versuch von US-Präsident Joe Biden, das Atomabkommen mit dem Iran zu retten.

    US-Präsident Joe Biden
    Joe Biden, Präsident der USA, hält eine Rede im State Dining Room des Weissen Hauses. - dpa

    «Irans Politik diesbezüglich ist klar und einfach: Die USA müssen zum Wiener Atomabkommen zurück, den Deal vertragsgerecht erfüllen. Und dementsprechend auch die Sanktionen gegen den Iran aufheben.»

    Das sagte Araghchi im Staatsfernsehen. Sobald dies der Fall sei, werde auch der Iran sich wieder an die Abmachungen im Deal halten, so der Vizeminister.

    USA wären bereit für direkte Gespräche

    Die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, hatte am Freitag gesagt: Die Gespräche auf Arbeitsebene sollten klären, welche Schritte der Iran beim Ausbau seines Atomprogramms zurücknehmen müsste. Und welche Sanktionen die USA aufheben müssten, um eine Rückkehr zu dem Abkommen zu ermöglichen.

    Pressekonferenz im Weissen Haus
    Jen Psaki, Sprecherin des Weissen Hauses, spricht bei einem Briefing. - dpa

    «Wir rechnen nicht damit, dass es bei diesem Prozess direkte Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geben wird. Obwohl wir dafür sicherlich weiter bereit sind», so Psaki. Ein EU-Vertreter rechnet mit einer Dauer der Bemühungen von mehr als zwei Wochen, aber weniger als zwei Monaten.

    Den aus iranischer Sicht geplanten Ablauf des Treffens in Wien beschrieb Araghchi wie folgt: «Wir werden nur mit der 4+1 (die verbliebenen Vertragspartner) rein technische Gespräche über eine Rückkehr der USA zum Deal führen.»

    Die Vertreter der fünf Staaten sollen dann die Ergebnisse an die USA weiterleiten. «Wie sie das tun, ob sie erfolgreich sein werden oder nicht: Das alles ist ihre Angelegenheit und nicht unsere», so der Vizeminister.

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Teheran/Washington
    atomprogramm iran
    1 Interaktionen
    Brüssel
    16 Interaktionen
    Zur Kooperation

    MEHR IN POLITIK

    1 Interaktionen
    New York
    macron
    1 Interaktionen
    New York

    MEHR AUS IRAN

    Flugzeug Iran
    1 Interaktionen
    Trotz US-Sanktionen
    iran air
    3 Interaktionen
    Teheran
    Mohammed Bagher Ghalibaf
    4 Interaktionen
    Krieg mit USA
    8 Interaktionen
    Teheran