Hunger in zwei weiteren Orten im Sudan
In der sudanesischen Region Nord-Darfur sind an zwei weiteren Orten die Grenzwerte für eine Hungersnot überschritten worden. Das geht aus neuen Zahlen der IPC-Initiative (Integrated Food Security Phase Classification) hervor, die Nahrungskrisen in aller Welt beobachtet.

Nach IPC-Angaben liegt der Anteil der Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, die akut unterernährt sind, in der Ortschaft Um Baru bei 52,9 Prozent, in Kernoi bei 34 Prozent.
Der Grenzwert für Stufe fünf der IPC liegt bei 30 Prozent akut mangelernährter Kinder. Das ist die allerhöchste und schlimmste der insgesamt fünf Stufen der Ernährungslage in einem Land oder einer Region. Sie steht für «Katastrophe/Hungersnot». Für eine Einstufung als Hungersnot müssen aber noch weitere Kriterien erfüllt sein.
Die IPC-Experten schliessen nicht aus, dass es in anderen Orten Nord-Darfurs ähnlich dramatische Werte gibt. Da sie wegen der Kämpfe in dem seit bald drei Jahren andauernden Bürgerkrieg nicht zugänglich sind, gibt es aber keine verlässlichen Zahlen.
Auch in der Region Kordofan, wo derzeit die intensivsten Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Miliz RSF stattfinden, verschlechtert sich die Ernährungslage nach IPC-Angaben rapide. In der von der RSF belagerten Stadt Kadugli hatte IPC bereits von einer Hungersnot gesprochen.
Nach IPC-Berechnungen droht in diesem Jahr 4,2 Millionen Menschen im Sudan akute Unterernährung. Mehr als 21 Millionen Menschen in dem afrikanischen Land haben nicht ausreichend Zugang zu Lebensmitteln.










