Holocaust-Überlebende Auerbacher warnt vor neuem Antisemitismus

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Die Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher hat am Donnerstag als Gastrednerin im Bundestag ihr persönliches Schicksal erzählt und damit exemplarisch auf das Schicksal der Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Jüdinnen und Juden hingewiesen, die nicht wie sie «durch ein Wunder» mit dem Leben davonkamen.

    Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher im Bundestag
    Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher im Bundestag - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • 87-Jährige erinnert im Bundestag an Zeit des Terrors und der Verfolgung.

    Sie warnte in ihrer Rede auch vor neu aufkeimendem Antisemitismus, auch in Deutschland, und wandte sich gegen «Menschenhass» in jeder Form.

    «Ich bin ein jüdisches Mädel aus dem badischen Dorf Kippenheim», begann Auerbacher, die nach dem Krieg mit ihren Eltern nach New York auswanderte, wo sie bis heute lebt. Ihr Vater war als Kriegsversehrter des Ersten Weltkrieges Träger des Eisernen Kreuzes. Die Zeit der Verfolgung begann für die damals knapp Vierjährige mit den Novemberpogromen 1938, mit denen das bis dahin friedliche Zusammenleben von Juden und Christen in ihrem Heimatdorf geendet habe.

    Es folgten Diskriminierung und Ausgrenzung, 1941 die Deportation ins KZ Theresienstadt. Die meisten ihrer Mithäftlinge seien von dort nach und nach zur Ermordung nach Auschwitz gebracht worden, darunter ihre beste Freundin. Ihre eigene Familie wurde verschont, überlebte bis zur Befreiung des Lagers durch die Rote Armee 1945. In Deutschland mochten sie danach nicht mehr bleiben.

    «Ich habe noch die grauenhafte Zeit des Schreckens und des Terrors in Erinnerung» sagte Auerbacher in der Gedenkstunde zum 77. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz im Bundestag. «Leider ist dieser Krebs wieder erwacht und Judenhass ist in vielen Ländern - auch in Deutschland - wieder alltäglich», warnte sie. «Diese Krankheit muss so schnell wie möglich geheilt werden», mahnte die heute 87-Jährige.

    «Menschenhass ist etwas Schreckliches» betonte Auerbacher, der es trotz gesundheitlicher Folgen der KZ-Haft in den USA gelang, Karriere als Chemikerin zu machen. «Wir sind geboren als Brüder und Schwestern, mein innigster Wunsch ist die Versöhnung aller Menschen», hob sie zum Schluss ihrer Rede hervor.

    Kommentare

    Weiterlesen

    KI
    163 Interaktionen
    Gefahr
    x
    24 Interaktionen
    «Fire!»

    MEHR IN POLITIK

    Wegwerf-Agenten
    Deutschland
    Bundesnachrichtendienst
    1 Interaktionen
    Mit Russland
    Präsident Selenskyj 2027
    3 Interaktionen
    Hilfe
    Martin Pfister Bodluv
    2 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    2 Interaktionen
    Berlin
    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Oktoberfest
    Tragischer Unfall
    x
    251 Interaktionen
    Wie geht das?