Paparazzi

    Ermittlungen gegen «Königin der Paparazzi» in Zusammenhang mit Sarkozy-Verfahren

    AFP
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    Frankreich,

    In der Affäre um mutmassliche Wahlkampffinanzierung des früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy durch Libyen ist ein Ermittlungsverfahren gegen die einflussreiche Chefin der Paparazzi-Agentur BestImage, Mimi Marchand, eingeleitet worden.

    Marchand hat gute Kontakte zu Frankreichs Reichen und Mächtigen
    Marchand hat gute Kontakte zu Frankreichs Reichen und Mächtigen - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mimi Marchand der Zeugenbeeinflussung beschuldigt .

    Ihr werde «Zeugenbeeinflussung» sowie «kriminelle Vereinigung mit dem Ziel zu betrügen» vorgeworfen, sagte ihre Anwältin Caroline Toby am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Marchand weist demnach alle Vorwürfe zurück.

    Bereits seit April 2013 gehen Untersuchungsrichter dem Verdacht nach, dass Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf 2007 vom damaligem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi mitfinanziert wurde. In Medienberichten ist von rund 50 Millionen Euro die Rede.

    Einer der Hauptbelastungszeugen, der französisch-libanesische Geschäftsmann Ziad Takieddine, hatte im November in einem Interview mit dem Magazin «Paris Match» seine Aussage zurückgezogen, zwei Monate danach aber gegenüber den Untersuchungsrichtern angegeben, seine Worte seien von dem Magazin, dessen Besitzer ein Freund Sarkozys sei, «verdreht» worden. Takieddine hatte vor Gericht ausgesagt, in den Jahren 2006 und 2007 im Auftrag Gaddafis insgesamt fünf Millionen Euro an Sarkozy übergeben zu haben.

    Marchand war am Donnerstag festgenommen worden und muss nun in Gewahrsam bleiben, wie die Anwältin weiter mitteilte. Zusammen mit Marchand waren fünf weiteren Personen festgenommen worden. Nach Informationen der Website Mediapart geht es bei den Ermittlungen um geheime Verhandlungen mit Takieddine, damit er seine Anschuldigungen zurückzieht. Einer der Festgenommenen, der Journalist François de Labarre, wurde inzwischen ohne Anklage wieder freigelassen.

    Mimi Marchand arbeitet eng mit einer Reihe von reichen und mächtigen Persönlichkeiten aus Politik und Unterhaltung zusammen, darunter auch Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte.

    Marchands Anwältin bestritt die Vorwürfe gegen ihre Mandantin: Marchand habe «in ihrer Eigenschaft als Journalistin gehandelt, die das Exklusivrecht an dem Interview hatte», sagte sie AFP. Sie habe nur «im Rahmen ihres Auftrags» die Fotos und das Interview organisiert.

    Marchands Festnahme ist nur eine weitere spektakuläre Wendung in einer ganzen Reihe von Ermittlungen gegen Sarkozy, der von 2007 bis 2012 an der Spitze des französischen Staats stand. Bereits Anfang März wurde der 66-Jährige wegen Bestechung und illegaler Einflussnahme auf die Justiz zu drei Jahren Haft verurteilt, davon setzte das Gericht zwei zur Bewährung aus. Da er Berufung eingelegt hat, ist das Urteil bisher nicht rechtskräftig.

    Seit Mai steht Sarkozy wegen mutmasslich illegaler Finanzierung seines Präsidentschaftswahlkampfs 2012 erneut vor Gericht. Ihm drohen weitere Anklagen, darunter wegen der Gaddadfi-Gelder.

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