Durchsuchungen in Deutschland bei mutmasslichen Neonazis

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Deutschland,

In 12 der 16 deutschen Bundesländer laufen seit dem frühen Morgen Durchsuchungen bei mutmasslichen Rechtsextremisten.

ARCHIV - «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof» steht auf einem Schild am Eingang zum Gebäude der Bundesanwaltschaft. Foto: Christoph Schmidt/dpa
ARCHIV - «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof» steht auf einem Schild am Eingang zum Gebäude der Bundesanwaltschaft. Foto: Christoph Schmidt/dpa - Keystone/dpa/Christoph Schmidt

36 Personen werde die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen «Jung und Stark» sowie «Deutsche Jugend voran» vorgeworfen, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten herausgehobene Mitglieder der beiden Gruppierungen seien, heisst es in einer Mitteilung der Behörde. Den meisten Beschuldigten werde Rädelsführerschaft zur Last gelegt. Gegen acht Beschuldigte werde auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Der jüngste Beschuldigte soll 16 Jahre alt sein. Es gebe nur Durchsuchungen, Festnahme seien keine geplant, sagte die Sprecherin. Ausgenommen von den Durchsuchungen sind nur die Bundesländer Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen.

Die Gruppen existieren nach Angaben der Bundesanwaltschaft seit Mitte 2024, sie seien deutschlandweit organisiert und hätten in den Bundesländern Regionalgruppen. «Deutsche Jugend voran» trete bisweilen unter dem Namen «Neue Deutsche Welle» auf. Die Mitglieder vernetzten sich sowohl über soziale Medien als auch bei regelmässigen Treffen. Dabei werde zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen.

«Einige Beschuldigte sollen dementsprechend Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon», hiess es.

So gab es in den vergangenen Jahren etwa Störungen und Angriffe auf Paraden am Christopher Street Day, der den Rechten lesbischer, schwuler und anderer queerer Menschen gewidmet ist.

Das Bundeskriminalamt erklärte Mitte 2025: «Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben.» Diese träten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung.

Die grösste dieser Gruppe war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen «Jung und Stark» mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Die Anhängerzahl von «Deutsche Jugend Voran» wurde damals auf mehr als 100 geschätzt.

Weitere relevante Vereinigungen seien «Der Störtrupp» sowie die Gruppe «Letzte Verteidigungswelle». Mutmassliche Angehörige der «Letzten Verteidigungswelle» stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht.

Kommentare

User #2852 (nicht angemeldet)

Interessant wären auch die Strukturen der Antifa und der Vulkan-Gruppe. Vermutlich ist DA aber gar nichts bekannt. Überhaupt gar nichts. Seit Jahrzehnten nichts.

User #4284 (nicht angemeldet)

Na da haben die Deutschen wieder mal richtig gut die Zeit der Polizei und Nachrichtendienste investiert.

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