Deutsche Ministerin Bärbel Bas tritt zurück

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Deutschland,

    Bärbel Bas tritt als Arbeitsministerin und SPD-Co-Chefin zurück, Alexander Schweitzer soll ihre Nachfolge im Ministerium übernehmen.

    Bärbel Bas
    Bärbel Bas tritt als Arbeitsministerin und SPD-Co-Chefin zurück, während Alexander Schweitzer als Nachfolger im Ministerium vorgesehen ist. (Archivbild) - keystone

    Die deutsche Arbeitsministerin Bärbel Bas hat am Montag, 12. Oktober 2026, ihren Rücktritt von beiden Ämtern angekündigt. Wie die «Bluewin» berichtet, begründet die 58-jährige SPD-Politikerin ihre Entscheidung mit einem persönlichen Schicksalsschlag und zunehmenden öffentlichen Angriffen.

    Bas legt den Co-Vorsitz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands sowie ihr Ministeramt nieder. Ihr Mandat im Deutschen Bundestag will sie behalten und weiterhin die Interessen ihres Wahlkreises Duisburg vertreten.

    Nach dem Tod ihrer Stieftochter brauche sie Zeit, um ihre Trauer zu verarbeiten, erklärte Bas in einer persönlichen Mitteilung. Derzeit fehle ihr die Kraft, ihre Regierungs- und Parteiarbeit kurzfristig vollständig auszuüben.

    Bas kritisiert Union – Schweitzer soll ihr als Arbeitsminister folgen

    Zugleich kritisierte Bas öffentliche Angriffe, die während ihrer persönlich schwierigen Zeit weiter zugenommen hätten. Wie die «Welt» schreibt, bezog sie sich dabei ausdrücklich auch auf Kritik aus den Reihen des Koalitionspartners CDU und CSU.

    Unionspolitiker hatten Bas zuletzt wegen Verzögerungen bei geplanten Reformen kritisiert. Besonders bei Gesetzesvorhaben zur Rente und zum Arbeitsmarkt warfen sie ihr vor, wichtige Entwürfe nicht schnell genug vorzulegen.

    Ist der Rücktritt von Bärbel Bas nachvollziehbar?

    Als Nachfolger im Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist Alexander Schweitzer vorgesehen. Die SPD bestätigte die Personalentscheidung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

    Klingbeil sagt Indien-Reise ab – Merz zeigt Mitgefühl mit Bas

    Schweitzer war Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und führte zuletzt die SPD-Fraktion im dortigen Landtag. Wer künftig den zweiten Co-Vorsitz der SPD übernimmt, ist dagegen noch offen.

    Lars Klingbeil, bisheriger Co-Parteichef, Bundesfinanzminister und Vizekanzler, sagte angesichts der Entwicklungen seine geplante Indien-Reise kurzfristig ab. Laut dem «Focus online» wollte er wegen der aktuellen politischen Lage in Berlin bleiben.

    Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte die Zusammenarbeit mit Bas und sprach ihr sowie ihrer Familie sein Mitgefühl aus. Auch Klingbeil zeigte sich betroffen und kritisierte die Angriffe während ihrer Trauerzeit als unangemessen.

    SPD-Frauen kritisieren Schweitzer-Nachfolge – Bas behält Bundestagsmandat

    SPD-Fraktionschef Matthias Miersch würdigte Bas' Einsatz und verwies zugleich auf die Grenzen persönlicher Belastbarkeit. Bas bedankte sich bei den Beschäftigten des Ministeriums und der SPD-Spitze für die Unterstützung und Zusammenarbeit.

    Die vorgesehene Nachfolge Schweitzers löste innerhalb der SPD eine Debatte über die Repräsentation von Frauen aus. Die Bundesvorsitzenden der SPD-Frauen, Ulrike Häfner und Carmen Wegge, forderten, das Ministeramt erneut mit einer Frau zu besetzen.

    Bärbel Bas
    Bärbel Bas tritt nach dem Tod ihrer Stieftochter und anhaltender Kritik aus den Reihen des Koalitionspartners von ihren politischen Spitzenämtern zurück. (Archivbild) - keystone

    Bas war seit Mai 2025 Bundesministerin für Arbeit und Soziales und seit Juni 2025 SPD-Co-Vorsitzende. Ihr Bundestagsmandat will sie behalten und hofft, ihre politische Arbeit künftig wieder mit voller Kraft fortsetzen zu können.

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    Kommentare

    User #2413 (nicht angemeldet)

    Die Umstände sind tragisch - der Entscheid nachvollziehbar. Nur hätte dieser Rücktritt schon viel früher kommen müssen. SPD kann Wirtschaft nicht.

    User #1258 (nicht angemeldet)

    Ist kurz vor dem fälligen Rauswurf so üblich aber ihr fürstliches entlöhntes Bundestagsmandat behält sie

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