Bundespräsident Steinmeier fordert mehr Einsatz im Kampf gegen Kindesmissbrauch

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    Deutschland,

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat von der Gesellschaft mehr Einsatz im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern gefordert.

    Frank-Walter Steinmeier
    Frank-Walter Steinmeier - POOL/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mahnende Worte bei Verleihung von Bundesverdienstkreuz an bekannte Aufklärer.

    «Wir müssen besser werden», sagte Steinmeier am Donnerstag laut Redetext bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den Jesuiten Klaus Mertes und den Aktivisten Matthias Katsch, die als Aufklärer von Missbrauchstaten in der deutschen katholischen Kirche sowie als Betroffenenvertreter wirken.

    Nicht zuletzt durch das Engagement von Menschen wie Mertes und Katsch sei in Deutschland bereits viel bewegt worden, ergänzte der Präsident. Aber es sei «bisher nicht gelungen, die Ausmasse sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend nachhaltig zu reduzieren». Die Aufgabe stelle sich nach wie vor für alle Organisationen und Institutionen, keinesfalls nur den Kirchen.

    Mertes und Katsch hätten beide massgeblich dazu beigetragen, das «unheilvollen Tabu» weiter aufzubrechen, «das jahrzehntelang über den Sexualverbrechen gegenüber Kindern lag», erklärte Steinmeier bei der Verleihung in seinem Berliner Amtssitz. Dadurch hätten sie sich «bleibende Verdienste um unser Gemeinwesen erworben».

    Mertes hatte Anfang 2010 systematischen Kindesmissbrauch am von Jesuiten geführten Berliner Canisius-Kolleg öffentlich gemacht. Das war der Anfangspunkt des Missbrauchsskandals der katholischen Kirche in Deutschland. Katsch hatte sich damals mit zwei Mitschülern an Mertes gewandt, weil er als Schüler missbraucht worden war. Gemeinsam mit anderen Betroffenen gründete er später die Initiative Eckiger Tisch. Seit 2019 gehört Katsch der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs an.

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