Bericht: Belagerung palästinensischer Familie dauert an
Die Belagerung einer palästinensischen Familie durch radikale israelische Siedler im nördlichen Westjordanland dauert nach Medienberichten an. In der Nacht seien israelische Soldaten und Polizeikräfte erneut in das Dorf Kusra bei Nablus gekommen, um die Siedler zum Abzug zu bewegen.

Das berichtete die «Times of Israel». Die Extremisten blockieren seit Sonntag die Wohnhäuser einer palästinensischen Familie mit zwei Kindern.
Nach Angaben der Zeitung hat die Armee Zelte der Siedler vor Ort entfernt, es hielten sich jedoch weiterhin mehrere von ihnen dort auf. Einwohner von Kusra hätten weiterhin Angst, ihre Häuser zu verlassen.
Die israelische Armee teilte mit, in der Nacht seien in dem Gebiet «zwei illegale Aussenposten» geräumt und Ausrüstung beschlagnahmt worden. Ein Israeli sei festgenommen worden.
Der als sehr proisraelisch geltende US-Botschafter Mike Huckabee nannte die Siedler in Kusra in einem Post auf der Plattform X «israelische Terroristen». Er schrieb: «Die Handlungen derjenigen, die diesen schrecklichen Terrorakt verübt haben, der darauf abzielte, diese Familie einzuschüchtern und zu schikanieren, sind widerlich.» Es gebe keine Entschuldigung für «ein solch brutales, rüpelhaftes Verhalten». Die USA hätten Israels Armee und Polizei aufgefordert, die radikalen Siedler aus Kusra zu entfernen.
In den vergangenen Jahren hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vorzugehen. Nur selten wird darüber berichtet, dass Siedler nach Attacken zur Rechenschaft gezogen werden.
Das palästinensische Aussenministerium erklärte, die Eskalation von «Siedler-Terrorismus» sei eine direkte Folge des Schutzes, des politischen Rückhalts und einer vollständigen Straffreiheit, die Regierung und Armee gewährten.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Israel lehnt dies ab.
Aus internationaler Sicht sind alle israelischen Siedlungen im Westjordanland illegal – unabhängig davon, ob sie von der israelischen Regierung genehmigt wurden oder nicht. Die Vereinten Nationen (UN) sehen die Siedlungen als Hindernis für eine Zweistaatenlösung










