«Die Lage ist angespannt und explosiv», sagte Amreniens Regierungschef Nikol Paschinjan am Donnerstag.
Ein Soldat aus Russland bewacht ein armenisches Kloster nahe Kalbadschar. Foto: Emrah Gurel/AP/dpa
Ein Soldat aus Russland bewacht ein armenisches Kloster nahe Kalbadschar. Foto: Emrah Gurel/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Aserbaidschan soll auf armenischem Territorium mehrere Soldaten gefangen genommen haben.
  • Das behauptet der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan.
  • Nach Angaben Aserbaidschans hätten diese versucht, die Grenze zu überqueren.

Die Südkaukasusrepublik Armenien hat neue Spannungen an der Grenze zum verfeindeten Nachbarland Aserbaidschan beklagt. «Die Lage ist angespannt und explosiv», sagte Regierungschef Nikol Paschinjan am Donnerstag. Er warf Aserbaidschan vor, am frühen Morgen auf armenischem Territorium mehrere Soldaten gefangen genommen zu haben.

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Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium hingegen erklärte, die sechs Armenier hätten versucht, die Grenze in Richtung des Gebiets Kelbadschar in der Konfliktregion Berg-Karabach zu überqueren. Kelbadschar war nach dem jüngsten Krieg zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken an Aserbaidschan übergeben worden.

Krieg um Berg-Karabach

Bei dem Krieg vom 27. September bis 9. November 2020 um Berg-Karabach hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurückgeholt. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen. Russland hatte zwischen den beiden verfeindeten Ländern einen Waffenstillstand vermittelt. Trotzdem kommt es immer wieder zu Spannungen. Es besteht die Sorge, dass der Konflikt erneut eskalieren könnte.

Zuletzt hatten grossangelegte Militärmanöver Aserbaidschans für Aufsehen gesorgt, im Zuge derer Armenien dem Nachbarn Grenzverletzungen vorwarf. Aserbaidschan wies diese Anschuldigung zurück. Armeniens Regierungschef Paschinjan schlug nun vor, beide Länder sollten an der Grenze Truppen abziehen. Stattdessen könnten dort internationale Beobachter stationiert werden.

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