Algeriens Armee will Korruptionsermittlungen überwachen

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Algerien,

Algeriens Armeechef Ahmed Gaïd Salah hat eine umfassende Aufklärung der Korruptionsfälle versprochen, in die mehrere prominente algerische Politiker und Geschäftsleute verstrickt sein sollen.

Algeriens Ex-Regierungschef Ahmed Ouyahia
Algeriens Ex-Regierungschef Ahmed Ouyahia - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Algeriens Ex-Regierungschef am Dienstag von Gericht angehört.

Das Militär werde darüber wachen, dass die Justiz die Vorwürfe «ohne Druck» untersuchen könne, sagte Salah am Dienstag in der Hauptstadt Algier. Es werde aber auch sicherstellen, dass die Untersuchungen nicht «willkürlich» verliefen oder zu einer «Abrechnung» würden.

Wie staatliche Medien berichteten, erschien am Dienstag der ehemalige Regierungschef Ahmed Ouyahia wegen Vorteilsnahme zu einer Anhörung vor einem Gericht in Algier. Ouyahia war ein Vertrauter des Anfang April zurückgetretenen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. Seit 2003 war er drei Mal dessen Regierungschef. Er habe sich nach seinem Gerichtstermin nicht geäussert, berichtete ein AFP-Reporter.

Der derzeitige Finanzminister Mohamed Loukal war am Montag wegen Verschwendung öffentlicher Gelder zu einer gerichtlichen Anhörung einbestellt worden.

Seit dem Rücktritt des 20 Jahre lang amtierenden Präsidenten Bouteflika wurden umfassende Ermittlungen gegen prominente Politiker und Geschäftsleute wegen Amtsmissbrauchs und Korruption eingeleitet.

Darin verwickelt sind nach Medienberichten der ehemalige Polizeichef Abdelghani Hamel, vier Brüder der einflussreichen Kouninef-Familie, die Bouteflikas Bruder Said nahesteht, sowie Issad Rebrab, Chef des algerischen Mischkonzerns Cevital und reichster Mann des Landes. Er wurde vergangene Woche wegen Korruptionsvorwürfen inhaftiert. Auch der Chef der staatlichen Ölfirma Sonatrach, Abdelmoumen Ould Kaddour, wurde von Interimspräsident Abdelkader Bensalah entlassen.

Der 82-jährige Bouteflika hatte nach heftigen Demonstrationen Anfang April sein Amt niedergelegt. Die Proteste dauern aber weiterhin an. Die Demonstranten fordern einen radikalen Politikwechsel, höhere Lebensstandards und das Ende der Korruption.

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