Abgeriegelte Frontstadt Oleschky - Lebensmittel aus der Luft
Ukrainische Truppen haben nach Behördenangaben mit Lastdrohnen vier Tonnen Lebensmittel in die seit Monaten abgeriegelte Stadt Oleschky auf russischem Besatzungsgebiet im Süden gebracht. Russland halte in der Stadt etwa 2.000 Menschen fest, darunter fast 50 Kinder, teilte der Gouverneur des ukrainischen Gebietes Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. «Sie sind gezwungen, ohne Nahrung, Strom und Wasser zu überleben.» In einem Video zeigte er den angeblichen Abwurf der Lebensmittel.

Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage in der Kleinstadt, die auf dem südlichen Ufer des Dnipro liegt. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt, doch dazwischen verläuft die Front. Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Der letzte Laden schloss nach UN-Angaben im Januar. Seit Mai seien keine Lebensmittel mehr in den Ort gelangt.
Keine Einigung auf humanitären Korridor
Kremlsprecher Dmitri Peskow gestand Anfang vergangener Woche die kritische Lage ein. Er warf der ukrainischen Armee vor, durch Drohnenangriffe die Lieferung von Lebensmitteln nach Oleschky zu verhindern. Prokudin wiederum sagte, die Besatzungsmacht misshandele Einwohner, die die ukrainischen Spenden aus der Luft aufsammeln.
Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, hatte am Freitag einen sofortigen örtlichen Waffenstillstand gefordert, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen und die Zivilbevölkerung zu evakuieren. Bislang sind aber alle Versuche gescheitert, einen humanitären Korridor einzurichten, um die Menschen aus der Stadt bringen zu können.














