Westschweizer Kantone lancieren Plattform für Erhalt der Dialekte

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Oberwallis,

Die Kulturämter der Kantone Wallis, Freiburg, Waadt und Jura haben am Dienstag in Sitten die Plattform Patoisromands.ch vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine interkantonale Plattform, die sich der Erhaltung und Förderung der Westschweizer Dialekte widmet.

2022 hatte die jurassische Gemeinde St-Brais ihr Ortsschild in Dialekt übersetzt. (Archivbild)
2022 hatte die jurassische Gemeinde St-Brais ihr Ortsschild in Dialekt übersetzt. (Archivbild) - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Die Plattform zielt darauf ab, die Sichtbarkeit der Dialekte zu stärken und den Zugang zu ihnen zu vereinfachen, wie die Plenarversammlung für Kultur der Interkantonalen Konferenz für das öffentliche Bildungswesen der Westschweiz und des Tessins (CIIP) am Dienstag mitteilte. Das Angebot richte sich sowohl an Sprecherinnen und Sprecher als auch an Personen, die die Dialekte neu entdecken möchten.

Die Westschweizer Dialekte seien vom Aussterben bedroht, da die Weitergabe zwischen den Generationen fehle. Sie gingen aus dem Frankoprovenzalischen sowie dem Frankokomtoisischen hervor und wurden 2018 in der Schweiz als Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt.

Die Webseite gliedert sich in drei Bereiche. Ein Teil dient der Sensibilisierung und bietet Zugang zu Hunderten von Texten sowie Audio- und Videodokumenten. Ein weiterer Bereich umfasst E-Learning-Übungen, die in thematische Module aufgeteilt sind. Ein dritter Bereich beleuchtet die aktuelle Verwendung der Dialekte.

Die Entwicklung der Plattform dauerte zwei Jahre. Das Projekt erhielt finanzielle Unterstützung vom Bundesamt für Kultur (BAK), der CIIP sowie von Partnerkantonen. Daran beteiligt waren auch verschiedene Kulturerbe-Institutionen, Hochschulen und Dialektsprecher.

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