Weinbauern sollen Ernteschwankungen besser ausgleichen können

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Schweizer Weinproduzenten sollen wetterbedingte Ernteschwankungen besser ausgleichen können. Instrument dafür ist eine freiwillige AOC-Wein-Reserve. Diese soll nach geringen Ernten auf den Markt kommen und es so erlauben, den Marktanteil der Schweizer Weine zu halten.

Traubenernte im Kanton Luzern: Der Nationalrat will Ernteschwankungen beim Schweizer Wein mit einer freiwilligen Reserve entgegenwirken. (Themenbild)
Traubenernte im Kanton Luzern: Der Nationalrat will Ernteschwankungen beim Schweizer Wein mit einer freiwilligen Reserve entgegenwirken. (Themenbild) - KEYSTONE/URS FLUEELER

Der Nationalrat hat sich am Mittwoch mit 128 zu 43 Stimmen bei 16 Enthaltungen hinter die Vorlage seiner Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-N) gestellt. Als Nächstes ist der Ständerat am Zug. Eine Lösung gefordert hatte die Weinbranche.

Die Vorlage sieht vor, dass Einkellerinnen und Einkellerer Trauben, die über den kantonalen Höchsterträgen, aber unter den vom Bundesrat vorgegebenen Höchstlimiten liegen, in Form von Weinreserven einlagern können. Auf den Markt gebracht werden dürfen sie aber nur, wenn es die Marktlage erfordert. Die Regelungen für die Bildung respektive Freigabe der AOC-Wein-Reserven müssen die Kantone erlassen.

Die Reserve soll einerseits Jahre mit kleinen Ernten überbrücken, andererseits aber auch verhindern, dass die Preise purzeln, wenn viel Wein auf dem Markt ist. Die Mehrheit im Nationalrat hält die Vorlage als sinnvolles Instrument zur Unterstützung der Weinbranche. Sie erfülle insbesondere ein Anliegen aus der Westschweiz und dem Tessin, sagte Kommissionssprecher Philipp Matthias Bregy (Mitte/VS).

Der Bundesrat erklärte sich mit der Klimareserve einverstanden. Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin, selbst Weinbauer, wies darauf hin, dass die Teilnahme am System freiwillig sei, sowohl für die Kantone als auch für die Produzentinnen und Produzenten. Dem Bund entstünden keine Mehrkosten.

Eine Minderheit mit Mitgliedern verschiedener Fraktionen im Nationalrat lehnte die Vorlage ab oder enthielt sich der Stimme. Die Kritikerinnen und Kritiker wiesen auf das Risiko einer Traubenüberproduktion hin und befürchteten einen zunehmenden Preisdruck, was insbesondere die kleinen Weinproduzentinnen und -produzenten treffen würde. Aus Sicht der unterlegenen Minderheit ist es Aufgabe der Weinbauern und -bäuerinnen, Weinvorräte zu bilden und unterschiedliche Erntemengen auszugleichen.

Kommentare

User #3303 (nicht angemeldet)

Bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren wurde eindringlich vor den heutigen strukturellen Krisen gewarnt. Anstatt die letzten 40 Jahre für Reformen zu nutzen, wurde das Problem verschleppt. Heute, in den späten 2020er-Jahren, treten die Folgen ein, und man versucht nur noch, den Wohlstandsverlust mit teuren Notmaßnahmen krampfhaft hinauszuzögern.

Weiterlesen

Winterthur Sanierung Wohnungen Container
49 Interaktionen
Sanierung
Mord
96 Interaktionen
Räte sind sich einig

MEHR AUS STADT BERN

Bern
Bern
1 Interaktionen
Bern
Marzili Badi Bern
12 Interaktionen
Rekord!
YB
8 Interaktionen
Vor Servette-Spiel