Wasser

Tessin reagiert zurückhaltend auf Wasser-Anfrage aus Piemont

Keystone-SDA
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Bellinzona,

Der Tessiner Staatsrat hat auf eine Anfrage der italienischen Region Piemont wegen des tiefen Wasserstands des Lago Maggiore zurückhaltend geantwortet. Eine Freigabe von Wasser sei schwierig, man sei aber zur Zusammenarbeit bereit.

Eine Freigabe von Wasser ist laut der Tessiner Regierung wegen der auch im Südkanton anhaltenden Trockenheit und wegen rechtlichen Hürden schwierig. Man sei aber zur Zusammenarbeit be...
Eine Freigabe von Wasser ist laut der Tessiner Regierung wegen der auch im Südkanton anhaltenden Trockenheit und wegen rechtlichen Hürden schwierig. Man sei aber zur Zusammenarbeit be... - KEYSTONE/SAMUEL GOLAY

Die Schweiz sei ebenfalls von der anhaltenden Trockenheit betroffen, teilte der Staatsrat am Freitag mit. Die Wasserreserven in den Tessiner Stauseen befänden sich an der Untergrenze der in den letzten zehn Jahren verzeichneten Werte.

Zudem verwies die Regierung auf ihren begrenzten Handlungsspielraum: Ein Grossteil der Gewässer unterliege Konzessionen, die an private Betreiber ausserhalb des Kantons vergeben worden seien. Gegenüber diesen habe der Kanton keine Weisungsbefugnis. Auch die gesetzliche Pflicht zur Sicherung der Energieversorgung schränke die Möglichkeiten ein.

Trotz der Schwierigkeiten sicherte der Staatsrat Unterstützung zu, sollte Piemont in eine Trinkwasser-Notlage geraten. Der Kanton sei bereit, kurzfristig eine mobile Wasseraufbereitungsanlage zur Verfügung zu stellen. Die Tessiner Regierung habe zudem die Wasserkraftbetreiber im Kanton über die Anfrage aus Italien informiert.

Die italienische Region Piemont kämpft mit der Dürre. Die piemontesische Regierung bat das benachbarte Tessin daher um eine höhere Wassereinspeisung in die Region. Gleichzeitig fordert der Turiner Landwirtschaftsverband Coldiretti – der grösste Landwirtschaftsverband Italiens – die Ausrufung eines Notstandes.

«Wir können keine Minute länger warten», erklärte der Regionalpräsident Alberto Cirio, der am vergangenen Montag einen Runden Tisch zum Wassernotstand in der Region einberufen hatte, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Rund 100 Gemeinden hätten bereits Verordnungen erlassen, um den Verbrauch von Trinkwasser zu regulieren, und in einigen Berggebieten müssten bereits Wassertankwagen ausrücken.

Die durchschnittlichen Niederschläge im Juni im Po-Becken weisen im Vergleich zum historischen Monatsmittel der Jahre 1991 bis 2020 ein Defizit von 36 Prozent auf. Die Temperaturen lagen dagegen um 3,5 Grad über dem Durchschnitt. Der Po verzeichnete bei Isola Sant’Antonio in der Nähe von Alessandria eine durchschnittliche Abflussmenge, die um 75 Prozent unter dem historischen Mittelwert lag.

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Kommentare

User #1024 (nicht angemeldet)

Italien hat Meerabschluss wir nicht.

User #5711 (nicht angemeldet)

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