Grüne

    Task-Force-Kritik: Grüne mit Appell für Wissenschaftsfreiheit

    Elisa Jeanneret
    Elisa Jeanneret

    Bern,

    Nach dem Entscheid der Wirtschaftskommission, die Task Force zum Schweigen zu bringen, will die Grüne Partei nun dagegen halten.

    Ackermann Glättli Grüne
    Die Task Force wird von der Grünen Partei unterstützt. Der Entscheid der Wirtschaftskommission wird scharf von den Grünen kritisiert. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Nationalrats-Wirtschaftskommission will die Covid-Task-Force zum Schweigen bringen.
    • Dagegen wehren sich aber die Grünen. Die Wissenschaftsfreiheit soll geschützt werden.
    • Mit einem Appell sollen die bürgerlichen Parteien umgestimmt werden.

    Die Task Force war als beratendes Instrument für den Bundesrat während der Corona-Krise gedacht. Seit einem Jahr kommunizieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Sicht der Lage. Mittlerweile haben aber bürgerliche Parlamentsmitglieder genug davon, zum Beispiel FDP-Präsidentin Petra Gössi.

    Petra Gössi FDP
    Petra Gössi spricht im «SonnTalk» über die Corona-Taskforce. - Screenshot

    Die Wirtschaftskommission des Nationalrats will verhindern, dass die Task Force künftig die Bevölkerung unabhängig informieren kann. Nur noch das Parlament und der Bundesrat sollen dies tun können.

    Grüne wollen Wissenschaftsfreiheit aufrechterhalten

    Dagegen wehrt sich jetzt aber die Grüne Partei. Sie lanciert einen «Appell für die Wissenschafts- und Meinungsfreiheit». Laut den Grünen verstösst der Gesetzesvorschlag gegen die Bundesverfassung, welche genau diese Rechte garantiert. Zudem habe die Öffentlichkeit «ein Recht, sich frei von politischer Einflussnahme zu informieren und sich eine Meinung zu bilden.»

    Glättli Grüne
    Balthasar Glättli, Präsident der Grünen. Der Entscheid der Wirtschaftskommission sei verfassungswidrig, argumentiert die Grüne Partei. - Keystone

    Zudem sei der Kommissionsentscheid ein «gefährlicher Präzedenzfall»: Es sei ein Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse zu unterdrücken, «die nicht ins politische Programm passen». Solche Unterdrückungen seien eines Rechtsstaates unwürdig, so die Partei. Vor allem in ausserordentlichen Zeiten müsse die Meinungsfreiheit geschützt werden.

    Mit dem Appell sollen die Mehrheitsparteien Die Mitte, FDP und SVP aufgefordert werden, «sich zu besinnen».

    Task-Force-Chef Ackermann pocht auf transparente Information

    Die Task Force hat Kenntnis von der Maulkorb-Forderung, wie Präsident Martin Ackermann auf Anfrage festhält. Die Task Force, deren Mitglieder ehrenamtlich und freiwillig arbeiten, würden nach «raschem Erkenntnisgewinn» suchen. Und: «Nach Lösungen, unabhängig von Partikularinteressen.»

    Coronavirus - Schweiz
    Martin Ackermann, Leiter der wissenschaftlichen Task Force des Schweizer Bundes, spricht während einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage rund um das Coronavirus. Foto: Peter Klaunzer - dpa

    Die öffentliche Kommunikation der Task Force sei wichtig, «damit die Grundlagen allen transparent zur Verfügung stehen», so Ackermann. Nicht nur Bundesrat und Parlament müssten Entscheide fällen. «Auch Kantone, Gemeinden, Sportvereine, Kulturvereine und vor allem jeder und jede Einzelne.» Dafür brauche es offene und transparente Information über den jeweiligen Wissensstand.

    Wenn die Task Force einen Beitrag dazu leisten könne, dass es in der Schweiz nicht zu einer 3. Welle komme, «dann ist es wert, dass sie auch gehört wird».

    Kommentare

    Weiterlesen

    Petra Gössi FDP
    568 Interaktionen
    «Verunsichert»
    Restaurants Basel
    1'274 Interaktionen
    Nationalrat
    Leapmotor B03X
    48 Interaktionen
    Nur 23’900 Franken

    MEHR GRüNE

    lisa mazzone
    133 Interaktionen
    Grünen-Präsi
    Sophie Michaud Gigon
    8 Interaktionen
    Lausanne
    Kanton Luzern
    2 Interaktionen
    Kanton Luzern
    Grüne Kanton Luzern
    3 Interaktionen
    Politik

    MEHR AUS STADT BERN

    Dyslexie
    6 Interaktionen
    Zulassung
    YB
    43 Interaktionen
    YB wieder im Pech
    Emmental
    Emmental
    YB
    43 Interaktionen
    Bei 3:5