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    Schawinski: Annahme der Halbierungsinitiative wäre Schuld der SRG

    Kaspar Schwarzenbach
    Kaspar Schwarzenbach

    Zürich,

    Für Roger Schawinski steht fest: Die SRG habe es verpasst, auf Kritik zu reagieren. Eine Annahme der «Halbierungsinitiative» wäre ihr eigenes Verschulden.

    Roger Schawinski SRG Halbierungsinitiative
    Der Zürcher Medienpionier Roger Schwainski ist überzeugt, dass die SRG eine allfällige Annahme der «Halbierungsinitiative» selbst zu verschulden hätte. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Annahme der «Halbierungsinitiative» wäre die Schuld der SRG, findet Roger Schawinski.
    • Der Medienpionier ist überzeugt: Dem Medienhaus fehle es an Innovation und Publikumsnähe.
    • Er hoffe deshalb auf ein Abebben der Gender- und Wokeness-Welle beim staatlichen Medium.

    Der Bundesrat will die SRG-Zwangsgebühren von 335 auf 300 Franken im Jahr senken. Darüber hinaus soll die Wirtschaft entlastet werden, indem zusätzliche Unternehmen von der Empfangsgebühr befreit werden.

    Konkret würde dies bedeuten, dass die SRG bis 2029 auf rund 170 Millionen Franken ihrer Zwangsgebühreneinnahmen verzichten müsste. Ein «klarer Sparauftrag» für das staatliche Medienhaus, wie Bundesrat Albert Rösti erklärt.

    SVP SRG Halbierungsinitiative
    SVP-Mitglieder reichen die «Halbierungsinitiative» «200 Franken sind genug» ein, am Donnerstag, 10. August 2023, in Bern. (Archivbild) - keystone

    Damit versucht die Landesregierung, die «Halbierungsinitiative» der SVP auszuhebeln – und spaltet die Geister: Für die Rechten gehe der Vorschlag nicht weit genug – für die Linken hingegen sei er unverantwortlich.

    Roger Schawinski hält 300 Franken für genug

    Für Roger Schawinski steht fest, dass eine Jahresgebühr von 300 Franken für die SRG durchaus reichen würde. Im Interview mit der «NZZ» erklärt der Medienpionier: Das Medienhaus scheine nicht zu verstehen, dass es auch mit rund einer Milliarde jährlicher Zwangsgebühreneinnahmen noch immer grosse Privilegien geniesse.

    «Verglichen mit dem, was die privaten Medienhäuser schon seit Jahren einsparen müssen, ist der Vorschlag des Bundesrats ein Klacks!» Darüber hinaus hätte die SRG mehrere Jahre Zeit, um entsprechende Anpassungen vorzunehmen.

    «Unkluge Kommunikationsstrategie»

    Statt sich für den vorgeschlagenen Kompromiss dankbar zu zeigen, greife die SRG Bundesrat Rösti nun heftig an. «Das ist eine sehr unkluge Kommunikationsstrategie», so Schawinski gegenüber der «NZZ».

    Nach der Abstimmung über die «No Billag»-Initiative habe es die SRG verpasst, die Chance zu nutzen. Man habe nicht auf die vorhandene Kritik reagieren können, so Schawinski.

    Roger Schawinski SRG Halbierungsinitiative
    Medienunternehmer Roger Schawinski ist der Ansicht, dass es die SRG nach der Abstimmung über die «No Billag»-Initiative verpasst habe, auf die Kritik zu reagieren. (Archivbild) - keystone

    Das Medienhaus sei im Fahrwasser der Volksabstimmung nicht effizienter, demütiger, innovativer oder publikumsnaher geworden: «Nichts davon hat stattgefunden. Die SRG jammert wie eh und je über zu wenig Gebührengeld, statt sich um ein besseres Angebot zu bemühen.»

    So hätten insbesondere Paradeformate wie die «Arena» oder der «Club» jüngst an Ausstrahlungskraft verloren: «Man rezykliert dort ein limitiertes Personal, bei dem die Redaktion im Vorfeld durch Befragungen abgecheckt hat, was jeder sagen wird. Das verunmöglicht lebendige Diskussionen.»

    Kein «virulenter Linksdrall», aber …

    Zwar stellt Schawinski bei den Informationsprogrammen – im Gegensatz zu Bürgerlichen – «keinen virulenten Linksdrall» fest. Gleichzeitig betont der Medienpionier: «Viele Journalisten sind gegenüber den bürgerlichen Machtverhältnissen eher kritisch eingestellt und tendieren wohl eher nach links. Das ist nicht neu.»

    Bei der «Halbierungsinitiative» handle es sich denn auch klar um eine «politische Strafaktion der SVP», erklärt Schawinski. Entsprechend hoffe er, dass die «Gender- und Wokeness-Welle» bei der SRG endlich abebbe.

    Dass die SRG hier einem Programm folge, liege auf der Hand: «Zwei Kommissarinnen im Schweizer ‹Tatort›, zwei Hauptdarstellerinnen bei ‹Davos 1917› – die Massnahmen mögen gut gemeint sein. Sie fördern aber nicht immer die Qualität», so Schawinski.

    «Gendern und Wokeness wichtiger als Kompetenz»

    Gemäss Anweisungen würden stets mindestens zur Hälfte Expertinnen befragt, auch wenn es auf einem bestimmten Fachgebiet kaum Frauen gebe: «So werden Gendern und Wokeness oft wichtiger als Kompetenz.»

    Werden Sie die «Halbierungsinitiative» annehmen?

    Trotzdem spricht sich der Medienpionier klar gegen die «Halbierungsinitiative» aus: Eine Senkung der Jahresgebühr auf 200 Franken würde für die SRG massive Einschnitte nach sich ziehen. Eine allfällige Annahme wäre hingegen das alleinige Verschulden der SRG und müsste die gesamte Geschäftsleitung zum Rücktritt zwingen.

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    Kommentare

    User #1357 (nicht angemeldet)

    Ueli Maurer ist ja selbst kein grosses Vorbild. Sein belächelter Spruch "Ha kä Luscht" hat ja oft auch seine Arbeitshaltung dargestellt. Seine Position im CS Fall war ja höchst bedenklich. Er hätte das Debakel erkennen und abwenden können. Und sein Englisch als Staatsmann war echt bloß zum Lachen. Sein damaliger Besuch bei Trump war ein Fest für satirische Beiträge in aller Welt.

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