Kampagne für Geldspielgesetz mit Fehlstart

    Christof Vuille
    Christof Vuille

    Bern,

    Das Ja-Komitee zum Geldspielgesetz greift im Netz zum Zweihänder. Nach dem Angriff auf den Präsidenten der Jungfreisinnigen zeigt sich: Alexander Segert braucht einen Nachhilfekurs bezüglich Social Media.

    Das zu grossen Teilen aus Parteikollegen bestehende Ja-Komitee attackiert Jungfreisinn-Präsident Andri Silberschmidt in einem 40-sekündigen Video frontal – kurze Zeit später wurde es gelöscht.
    Das zu grossen Teilen aus Parteikollegen bestehende Ja-Komitee attackiert Jungfreisinn-Präsident Andri Silberschmidt in einem 40-sekündigen Video frontal – kurze Zeit später wurde es gelöscht. - Nau

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Befürworter des Geldspielgesetzes haben einen Fehlstart hingelegt.
    • So werden etwa Tweets gelöscht und wieder gepostet, um negative Antworten zu verbergen.
    • Jungfreisinn-Präsident Andri Silberschmidt spricht von Juso-Niveau.

    Es war ein denkbar schlechter Start für die Befürworter des Geldspielgesetzes. Nachdem klar war, dass die Werbeagentur Goal die Kampagne leitet, zog BDP-Präsident Martin Landolt die Notbremse und verliess mit seiner Partei das Komitee.

    Die SP folgte ihm kurze Zeit später. Begründung: Man wolle nicht mit jemandem zusammenarbeiten, der «hetzerische, fremdenfeindliche und menschenverachtende Kampagnen» führe.

    Natalie Rickli kämpft an vorderster Front gegen das Gesetz – hier mit Andri Silberschmidt, dem Präsidenten der Jungfreisinnigen.
    Natalie Rickli kämpft an vorderster Front gegen das Gesetz – hier mit Andri Silberschmidt, dem Präsidenten der Jungfreisinnigen. - Keystone

    Fakt ist: Die Agentur des deutschen Alexander Segert gilt als Hauswerberin der SVP, erlangte mit ihren schwarzen Schafen Berühmtheit. Auch für die rechte Alternative für Deutschland (AfD) ist sie aktiv.

    Gelöschte Twitter-Shitstorms

    Nun zeichnet sie für den Abstimmungskampf der Befürworter verantwortlich. Und: zumindest via Twitter ging der Start ordentlich in die Hosen. Die Sujets eines Comic-Fieslings und der Slogan «Schütze die Schweizer Natur. Stimme Ja.» verfangen überhaupt nicht.

    Dieser Post ist nicht mehr verfügbar. Original anzeigen

    Im Gegenteil: Unter den entsprechenden Tweets finden sich regelrechte Shitsotrms. Nun verrät Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen und Kopf des Nein-Lagers: «Sie löschten jeweils den Tweet und posteten ihn erneut, um die vernichtenden Antworten loszuwerden.»

    Dieser Post ist nicht mehr verfügbar. Original anzeigen

    Silberschmidt spricht von Juso-Niveau

    Tatsächlich posteten Gegner des Geldspielgesetzes ihre Kommentare erneut als Screenshots. Nicht mehr möglich ist dies beim geschmacklosen Video gegen den Jungfreisinnigen selbst. Dieses wurde heute Morgen gelöscht.

    Silberschmidt sagt: «Angriffe auf solch tiefem Niveau habe ich noch nicht einmal von der Juso erlebt.» Allerdings könne er damit umgehen. Er findet die Löschung noch peinlicher als den Tweet selbst, sagt er. Für ihn ist klar: «Unseren Gegner sind offensichtlich schon die Argumente ausgegangen.»

    00:00 / 00:00

    FDP sagt Nein zu Geldspielgesetz - Nau

    Der Jungpolitiker hinterfragt auch die Rolle seiner Parteikollegen im gegnerischen Komitee. Silberschmidt zeigt sich «erstaunt, dass das Co-Präsidium der Befürworter solche Kampagnenelemente überhaupt zulässt.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4238 (nicht angemeldet)

    Alexander Segert (AdF) ist mit der Schweizer Bundesrichterin Beatrice van de Graaf (SVP verheiratet. Er ist als PR-Berater und Werber für die SVP bekannt. Segert ist Geschäftsführer der seit den 1980er Jahren auch für die SVP arbeitenden Goal AG. Die Goal AG für Werbung und Public Relations ist eine Schweizer PR-Agentur mit Sitz in Andelfingen ZH. Laut dem deutschem Verein Lobbycontrol ist sie insbesondere für die Schweizer Volkspartei, die Alternative für Deutschland und andere rechtsextreme Parteien in Europa tätig. – Segerts Ehefrau, Beatrice van de Graaf (SVP) steht aufgrund einer früheren Liebesbeziehung am Bundesrichter Yves Donzallaz (SVP) im Fokus einer rechtlichen Aufarbeitung.

    Weiterlesen

    18 Interaktionen
    Eklat um Geldspielgesetz
    22 Interaktionen
    FDP-Nein zum Geldspielgesetz
    8 Interaktionen
    Geldspielgesetz

    MEHR AUS STADT BERN

    YB Cup Achtelfinal FCB
    6 Interaktionen
    5:0 bei Taverne
    FC Schaffhausen FC Thun
    10 Interaktionen
    Elfmeter-Drama!
    45 Interaktionen
    Bern
    Caffè Hansmartin Amrein
    5 Interaktionen
    Mit «Caffè»