Johann Schneider-Ammann will Lockerung der Waffenexporte überdenken

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    Bern,

    Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann will nach der heftigen Kritik unter anderem durch den Nationalrat eine Lockerung der Waffenexporte überdenken.

    Bundesrat Johann Schneider-Ammann spricht beim Vierertreffen der deutschsprachigen Wirtschaftsminister in Zürich.
    Bundesrat Johann Schneider-Ammann spricht beim Vierertreffen der deutschsprachigen Wirtschaftsminister in Zürich. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bundesrat hatte angekündigt, die Regeln zu Waffenexporten zu lockern.
    • Nach der heftigen Kritik will Johann Schneider-Ammann die Lockerung nun überdenken.
    • Es sei nicht realistisch «den Liberalisierungsprozess zu einem solchen Zeitpunkt fortzuführen».

    Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann will die geplante Lockerung für Waffenexporte nach heftiger Kritik überdenken. Er kündigte gegenüber zwei Westschweizer Zeitungen an, dem Bundesrat einen Vorschlag unterbreiten zu wollen, das Geschäft aufzuschieben.

    «Wir haben viel diskutiert und die Vor- und Nachteile abgewogen und sind selbst zum Schluss gekommen, dass es weder sehr realistisch noch sehr intelligent ist, den Liberalisierungsprozess zu einem solchen Zeitpunkt fortzusetzen», wird der scheidende Freisinnige Magistrat in den Mittwochsausgaben von «24 Heures» und «Tribune de Genève» zitiert.

    Externer Druck habe eine Rolle gespielt. Es sei notwendig, die aktuellen Marktbedingungen und die Vor- und Nachteile einer Lockerung der Kriegsmaterialverordnung zu analysieren. Genauere Angaben machte Schneider-Ammann nicht.

    Spontankundgebung
    Ein Plakat fotografiert während einer bewilligten Spontankundgebung gegen Waffenexporte. - keystone

    Exporte auch in Bürgerkriegsländer

    Der Bundesrat hatte Mitte Mai angekündigt, die Regeln zu Kriegsmaterialexporten lockern zu wollen. Er beauftragte das Wirtschaftsdepartement mit der Ausarbeitung einer entsprechenden Verordnungsänderung.

    Neu sollten demnach Schweizer Rüstungsfirmen Waffen auch in Bürgerkriegsländer exportieren können, wenn kein Grund zur Annahme besteht, dass das Kriegsmaterial im internen Konflikt eingesetzt wird. Die geplante Änderung hielt der Bundesrat bislang für notwendig. Die Kriegsmaterialexporte der Schweiz hätten sich in den letzten Jahren rückläufig entwickelt. Die Industriebasis werde damit zunehmend geschwächt.

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    Waffen aus Schweiz: Eine breite Allianz lanciert die Volksinitiative «Stopp Kriegsexporte in Bürgerkriegsländer». - Nau

    Heftiger Widerstand

    Für seine Pläne erntete der Bundesrat jedoch viel Kritik. Der Nationalrat nahm in der vergangenen Session eine Motion der BDP-Fraktion an, wonach in Zukunft das Parlament über die Kriterien zur Bewilligung von Waffenexporten entscheiden soll. Stimmt auch der Ständerat zu, ist dafür in Zukunft nicht mehr der Bundesrat zuständig.

    Zuvor hatte eine überparteiliche Allianz gegen Waffenexporte angekündigt, eine sogenannte «Korrektur-Initiative» zu lancieren. Der Text liegt derzeit bei der Bundeskanzlei zur Vorprüfung.

    Die Initiative richtet sich gegen die geplante Verordnungsänderung durch den Bundesrat. Ausserdem soll damit ein Parlamentsentscheid von 2014 korrigiert werden, der Waffenexporte auch in Länder mit systematischer und schwerwiegender Verletzung der Menschenrechte erlaubt.

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