Bund rüstet Tunnels trotz UKW-Comeback nicht wieder auf – Kritik
Die SRG will wieder über UKW senden. Der Bund verzichtet trotzdem auf eine Nachrüstung der Nationalstrassentunnel – vor allem aus Kostengründen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Bund rüstet Nationalstrassentunnel nicht wieder mit UKW aus.
- Das Astra verweist auf hohe Kosten und visuelle Warnsysteme in Tunneln.
- Die SRG will nach politischem Druck wieder über UKW senden.
Der Bund rüstet die Tunnel des Nationalstrassennetzes nicht wieder mit UKW aus. Dies, obwohl auch die SRG ihre Programme künftig wieder über jene Technologie verbreitet.
Jérôme Jacky, Sprecher des Bundesamts für Strassen (Astra), stellt gegenüber SRF klar: «Stand jetzt ist es nicht vorgesehen, dass die Tunnel wieder mit UKW ausgerüstet werden.» Ein solcher Schritt wäre mit hohen Kosten verbunden.
Die Information der Verkehrsteilnehmenden erfolge ohnehin primär über visuelle Systeme, so Jacky: «Bei Stau warnen beispielsweise Blinksignale. Im Brandfall werden Notausgänge durch Lichtsignale gekennzeichnet.»
Kritik von Mitte-Nationalrat Kutter
Mitte-Nationalrat Philipp Kutter kann diesen Entscheid nicht nachvollziehen: «Ich finde, das ist ein vernünftiger Kostenaufwand. Und ich werde mich auf alle Fälle dafür einsetzen, dass diese verhältnismässig nicht allzu hohen Kosten aufgewendet werden im Sinne der Verkehrssicherheit», sagt er gegenüber SRF.
Kutter zufolge könne man über UKW weitergehende und genauere Informationen übermitteln als über ein anderes akustisches oder visuelles Signal. Der Mitte-Nationalrat hatte sich stark für das UKW-Comeback eingesetzt.
SRG kehrt zu UKW zurück
Die SRG hatte Ende 2024 die Verbreitung ihrer Programme via UKW eingestellt, sich aber später für ein Comeback entschieden.
Hintergrund der Kehrtwende ist ein politischer Entscheid: Eigentlich war geplant gewesen, den UKW-Rundfunk per Ende 2026 einzustellen. Danach sollten alle Radioprogramme über die DAB+-Technologie verbreitet werden.
Das Parlament verlangte jedoch im vergangenen Dezember mit einer Motion, UKW noch länger anzubieten.
SRG will Hörerinnen und Hörer zurückholen
Die SRG kündigte nach dem Parlamentsentscheid an, wieder auf UKW zu senden. Damals hiess es: «Ein vollständiger Verzicht auf UKW hätte nur Sinn gemacht, wenn per Ende 2026 die gesamte Branche UKW abgeschaltet hätte.»
Die SRG könne es sich nicht leisten, weiterhin auf UKW und damit auf viele Hörerinnen und Hörer zu verzichten. Ab wann genau die SRG wieder via UKW sendet, ist noch nicht klar.










