Anstieg antisemitischer Vorfälle ist Risiko für Image der Schweiz
Der Bundesrat hat den Anstieg antisemitischer Vorfälle hierzulande in einem Bericht als ein Risiko für das Image und die Aussenpolitik der Schweiz bezeichnet.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Bund stuft den Anstieg antisemitischer Vorfälle als Image-Risiko ein.
- Zusätzliche Massnahmen hält die Landesregierung aber nicht für notwendig.
- Auf internationaler Ebene wird ein ähnlicher Anstieg beobachtet.
Die Zahl antisemitischer Vorfälle ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das geht so weit, dass der Bund die Geschehnisse nun gar als Risiko für das Image der Schweiz bezeichnet. Zusätzliche Massnahmen hält die Landesregierung derzeit aber für nicht notwendig.
Denn im Moment gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Schweiz deswegen besonders in der Kritik der internationalen Gemeinschaft stehe. Das teilte der Bundesrat am Freitag mit.
Den Bericht verfasste die Landesregierung in Erfüllung eines Postulats der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats (APK-N).
Letztere sah die Wahrnehmung der Schweiz im Ausland auch von diesem Thema abhängig. Nicht zuletzt aufgrund der Rolle des Landes als Depositarstaat der Genfer Konventionen zum humanitären Völkerrecht.
Vorfälle gelten als «ernsthafte Herausforderung»
Im Bericht wird der Antisemitismus in der Schweiz auch als «ernsthafte Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt und die Sicherheit» bezeichnet.
Die Entwicklung der Bedrohungslage verfolge der Bundesrat daher weiterhin aufmerksam. Der Schutz der Grundfreiheiten, der Menschenwürde und der Sicherheit aller Gemeinschaften in der Schweiz sei eine «zentrale Aufgabe des Staates».
Seit dem Überfall der Hamas auf Israel im Herbst 2023 hatten antisemitische Vorfälle markant zugenommen. Dies sowohl im digitalen als auch im öffentlichen Raum.
Vorfälle im Netz nehmen um 37 Prozent zu
2025 nahmen insbesondere die Vorfälle im digitalen Raum im Vergleich mit dem Vorjahr um 37 Prozent zu. Diese Zahlen wurden im Antisemitismusbericht des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG) und der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) veröffentlicht.
Anfang 2024 war ein orthodoxer Jude bei einem Messerangriff in Zürich lebensbedrohlich verletzt worden.
Diese Entwicklung sei allerdings im internationalen Kontext zu sehen. Viele Länder Europas und Nordamerikas verzeichneten einen vergleichbaren Anstieg, schreibt der Bundesrat.
Die bestehenden Instrumente auf nationaler und internationaler Ebene hält er zum gegenwärtigen Zeitpunkt daher für angemessen.












