Andrea Gmür

    Andrea Gmür (Mitte) verteidigt heikle Fasnachtskostüme

    Elisa Jeanneret
    Elisa Jeanneret

    Luzern,

    Zur Fasnacht verkaufen Detailhändler Kostüme, die als sexistisch oder rassistisch bezeichnet werden. Für Mitte-Ständerätin Andrea Gmür ist das kein Problem.

    Mitte Rassismus Fasnacht Kostüme
    Fasnachtskostüme wie abgebildet werden von Fachleuten als rassistisch bezeichnet. Mitte-Ständerätin Andrea Gmür will aber nichts davon hören. - Keystone/Manor

    Das Wichtigste in Kürze

    • Fasnachtskostüme, die Minderheiten abbilden, werden von manchen rassistisch beurteilt.
    • Häufig seien sie auch sexistisch, weil die weiblichen Kostüme viel freizügiger sind.
    • Mitte-Ständerätin Andrea Gmür widerspricht: Das entspreche der «närrischen» Fasnachtszeit.

    Die Fasnacht dürfte eigentlich nach Plan stattfinden: Vor allem die Luzernerinnen und Luzerner warten auf das grüne Licht der Behörden. Und es sieht gut aus, der Gesundheitsdirektor Guido Graf zeigte sich letzte Woche «optimistisch».

    Allem Anschein nach wird die Lozärner Fasnacht von 19. bis 22. Februar durchgeführt, so die «Luzerner Zeitung» gestern.

    guido graf
    Guido Graf bleibt noch bis April 2023 Gesundheitsdirektor des Kantons Luzern. (Archivbild) - Keystone

    Mit der Fasnacht kommt alle Jahre wieder die Diskussion darüber, welche Kostüme problematisch sind und welche nicht. Detailhändler verkaufen Verkleidungen von ethnischen Minderheiten, die auf Stereotype basieren. Das wird von Fachpersonen als rassistisch bezeichnet, oder auch als kulturelle Aneignung. Zudem sind Kostüme für Frauen häufig viel freizügiger als jene für Männer, was sexistisch sei.

    Migros Fasnacht Kostüme
    Migros und Coop verkaufen rassistische Fasnachtkostüme. - Galaxus/ Microspot

    In den «CH Media»-Zeitungen erklärte eine Kulturwissenschaftlerin, eine Sortimentsbereinigung von Migros, Coop und Manor sei «überfällig». Diese wiederum sagen, die Nachfrage nach solchen Kostümen sei gross.

    Während die Wissenschaftlerin solche Kostüme abgeschafft sehen will, enerviert sich Ständerätin Andrea Gmür (Mitte) auf Twitter darüber. «Stopp dem moralinsaueren Expertentum!», schreibt die Luzernerin.

    Mitte Fasnachtskostüme Rassismus
    Sind Fasnachtskostüme von ethnischen Minderheitenn rassistisch? Nein, findet Andrea Gmür (Mitte/LU). - Screenshot Twitter

    Die Kostüme seien weder rassistisch noch sexistisch, sondern «politisch absolut korrekt». Und sie entsprächen «unserer närrischen Fasnachtszeit».

    Gmür werde sich als «Zigeunerin, Cowgirl oder als Indianer verkleiden und einfach Spass haben!», wettert sie. Der Begriff «Zigeuner» wird von Betroffenen der Sinti- und Roma-Gemeinschaft als diskriminierend und rassistisch empfunden. Unter diesem Namen wurden sie beispielsweise während des Holocaust von Nazis verfolgt und umgebracht.

    Unter dem Tweet reagierten Nutzerinnen und Nutzer teils positiv, teils negativ. Manche meckern gegen die Moralisierung von «Journalisten und Professoren» aus Bern und Zürich. Andere wünschen sich mehr Verständnis für das Anliegen. Man könne sich für die Fasnacht verkleiden, ohne rassistische Stereotypen zu bedienen, so die Twitter-Nutzer.

    Beat Feuz Fasnacht
    Oder etwas ganz Eigenes macht, wie dieser Beat Feuz an der Lozärner Fasnacht 2020. - Keystone

    Andrea Gmür hatte heute keine Zeit, auf die Nachfragen von Nau.ch zu antworten.

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