«White Boy Rick»: Familiendrama mit Matthew McConaughey

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    USA,

    Ein Teenager steigt zum Drogenboss auf und erlebt einen tiefen Fall. Eine wahre Geschichte, in Szene gesetzt als Melange aus Familiendrama und Drogenthriller.

    Der 14-jährige Rick (Richie Merritt) lebt mit seinem alleinerziehenden Vater Richard (Matthew McConaughey). Foto: Sony Pictures Entertainment
    Der 14-jährige Rick (Richie Merritt) lebt mit seinem alleinerziehenden Vater Richard (Matthew McConaughey). Foto: Sony Pictures Entertainment - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Anfang der 1980er Jahre: In Detroit ist der «Amerikanische Traum» endgültig geplatzt.

    Der 14-jährige Rick lebt mit seinem alleinerziehenden Vater Richard (Matthew McConaughey) und der drogensüchtigen Schwester Dawn in einem Viertel, das schon bessere Tage gesehen hat. Afro-amerikanische Drogengangs beherrschen die Strassen.

    Als Rick (Richie Merritt) sich mit einigen Dealern einlässt, wird er von zwei FBI-Agenten als Undercover-Spitzel engagiert. Komenhaft steigt Rick in der Hierarchie der Drogenkartelle auf, obwohl sein notorisch erfolgloser Vater, der sich und seine Familie mit kleinen Waffengeschäften über Wasser hält, seinen Sohn gewarnt hat. Die erste Katastrophe kommt, als Rick von einem der Gangmitglieder angeschossen wird und nur knapp überlebt.

    Der in Paris geborene Regisseur Yann Demange, der 2014 mit dem Bürgerkriegsdrama «'71: Hinter feindlichen Linien» debütierte, legt mit «White Boy Rick» eine stark gespielte Melange aus Familiendrama und Drogenthriller vor. Sein Film basiert auf der Lebensgeschichte des Dealers Rick Wershe Jr., der 1987 trotz seiner Informantentätigkeit für die Polizei im Alter von 17 Jahren in Michigan zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt wurde.

    Das drakonische Urteil steht am Ende eines Films, der sich zunächst als starkes Drama über eine kaputte Familie erweist, die ums Überleben kämpft. Vater Richard ist ein Träumer, der es mit seinen mickrigen Waffendeals kaum schafft, seine Kinder zu ernähren. Tochter Dawn ist schon in die Drogensucht abgerutscht, und Rick hängt immer mehr mit den afro-amerikanischen Dealern in der Nachbarschaft rum. Dazu kommen als Gäste aus einer besseren Zeit die Grosseltern, gespielt von Bruce Dern und Piper Laurie.

    Problematisch wird es im zweiten Teil, der den schier unaufhaltsamen Aufstieg von Rick zum Drogenboss schildert. Das Milieu bleibt schemenhaft, die Protagonisten austauschbar, auch Ricks schwarze Freundin vergisst man schnell wieder. Da konnte man in einer einzigen Folge der gefeierten HBO-Serie «The Wire» mehr über das Drogenelend in den US-Innenstädten erfahren als in diesem Spielfilm, der sich zu viel vornimmt.

    Trotzdem überzeugt Matthew McConaughey, wie schon in «Dallas Buyers Club» und der TV-Serie «True Detectice», als Exzentriker und hypernervöse Quasselstrippe, der sich seine desolate Situation so lange schön redet, bis alles in die Luft fliegt. Daneben behauptet sich Newcomer Richie Merritt mehr als beachtlich: Er spielt den juvenilen Drogenboss mit einer coolen Mischung aus Naivität und Durchtriebenheit. Bis zum bitteren Ende.

    White Boy Rick, USA 2018, 112 Min., FSK ab 12, von Yann Demange, mit Matthew McConaughey, Richie Merritt, Jennifer Jason Leigh

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