Wegen Trump: Caitlyn Jenner darf im Pass keine Frau sein
Caitlyn Jenner schlägt Alarm. Ihr neuer Pass trägt wieder ein «M», obwohl sie als Frau eingetragen sein will. Dennoch hält sie zu Trump.

Das Wichtigste in Kürze
- Transfrau und Influencerin Caitlyn Jenner kritisiert Trumps neue Pass-Richtlinie.
- Ihr neuer Reisepass wurde erneut mit «M» ausgestellt.
- Jenner sagt, sie könne so kaum noch international reisen.
Caitlyn Jenner (76) steckt in einem Dilemma. Die bekannte Transgender-Frau und langjährige Trump-Unterstützerin kann seit der Erneuerung ihres Reisepasses nicht mehr ins Ausland reisen.
Jenner sagt im Podcast von Tomi Lahren, das Dokument sei erneut mit dem Geschlechtseintrag «M» ausgestellt worden. Das sei für sie ein massives Problem.
Dabei handelt es sich aber nicht um ein Versehen, sondern um Absicht. Am 20. Januar 2025, seinem ersten Tag nach seiner Rückkehr ins Weisse Haus, unterzeichnete US-Präsident Donald Trump (79) eine Anordnung.

Seitdem stellt das US-Aussenministerium nur noch Pässe aus, die das biologische Geschlecht bei der Geburt angeben. Das bedeutet: Entweder «M» für männlich oder «F» für weiblich ohne Ausnahme.
Jenner reichte nach der Erneuerung ihres Passes Einsprache ein. Sie glaubte zunächst an einen Fehler. Sie schickte eine Kopie ihrer Geburtsurkunde, in der ihr Geschlecht als weiblich vermerkt ist.
Trotzdem blieb der Eintrag «M» bestehen. «Sie haben überhaupt nichts geändert», sagt Jenner.
Jenner schreibt Trump einen Brief
Um auf ihr Problem aufmerksam zu machen, wandte sich Jenner direkt an Trump. Vor etwa zwei Monaten besuchte sie sein Anwesen Mar-a-Lago in Florida.
Trump war zu dem Zeitpunkt nicht vor Ort. Ein Agent des Secret Service erbot sich, den Brief entgegenzunehmen. «Der Secret-Service-Agent sagte, er könne ihn ihm zukommen lassen und auf seinen Schreibtisch legen», berichtet Jenner.
Eine Antwort hat sie bislang nicht erhalten. Das Weisse Haus äusserte sich auf Anfrage des Fachportals «Deadline» nicht dazu.

Erstaunlich: Trotz der Unannehmlichkeiten bleibt Jenner Trump gegenüber wohlgesonnen. Sie betont mehrfach, dass sie ihm keine Vorwürfe mache.
«Ich mag ihn sehr, aber für viele Menschen ist das ein riesiges Problem», sagt sie. Dennoch übt sie leise Kritik an der Umsetzung der Massnahme. «Ich glaube nicht, dass das wirklich gut durchdacht war», meint sie.
Und fügt hinzu: «Das stellt also wirklich ein grosses Problem dar, und ich versuche im Moment herauszufinden, was ich tun soll.»
Damit benennt sie ein Problem, das viele Transgender-Menschen in den USA betrifft.
Transfrau Caitlyn Jenner
Caitlyn Jenner ist eine der bekanntesten trans Frauen der USA. Sie wurde 1976 als Mann namens Bruce Jenner Olympiasieger im Zehnkampf, weltberühmt und stand später auch als Reality-TV-Persönlichkeit im Rampenlicht.
Zusätzliche Prominenz bekam sie durch die Kardashian-Jenner-Familie und die Sendung «Keeping Up with the Kardashians». Darin war Caitlyn anfangs als Bruce (Vater von Topmodel Kendall und Kosmetikmogul Kylie Jenner) zu sehen.
2015 machte Jenner ihre Transition öffentlich und wurde seither auch politisch immer wieder zur umstrittenen Stimme in Debatten über Trans-Rechte.
Transgender bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt eingetragenen Geschlecht übereinstimmt.
Trumps Politik trifft viele Betroffene
Die Passregelung ist nur ein Teil eines breiteren politischen Kurswechsels. Seit Trumps Rückkehr ins Weisse Haus häufen sich Entscheide, die das Leben von Transgender-Menschen in den USA direkt betreffen.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Massnahmen scharf. Sie sprechen von einer systematischen Einschränkung der Rechte einer Minderheit.















