Eigentlich vermeiden wir Schreckmomente. Manchmal aber macht es richtig Spass, sich zu gruseln. So wie an Halloween, in der Geisterbahn oder bei einem Horrorfilm im Kino. Warum aber tun wir uns das bloss an?
Michael Myers ist zurück. Foto: Ryan Green/Universal Pictures/dpa
Michael Myers ist zurück. Foto: Ryan Green/Universal Pictures/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig gegruselt? Jeder von uns hat wohl vor etwas Angst.

Die einen vermeiden den Gang in den dunklen Keller, die anderen zucken panisch zusammen, wenn sie plötzlich irgendwo ein seltsames Geräusch hören.

Normalerweise vermeiden wir deswegen genau solche Situationen. Normalerweise. Denn so wie jetzt zu Halloween suchen viele Menschen immer wieder bewusst einen gewissen Nervenkitzel und schaurige Horrormomente.

Längst ist Halloween, das lange vor allem in den USA gefeiert wurde, auch bei uns ein grosses Ereignis: Kinder und Erwachsene suchen sich gruselige Kostüme aus, mit denen sie dann am Abend des 31. Oktober Nachbarn und Freunde erschrecken können. Vampire, Geister, Monster - der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Auch Prominente wie Heidi Klum feiern sich regelmässig mit ihren exzentrischen Halloween-Outfits.

Doch der Spass am Gruseln lebt nicht nur an diesem einen Tag auf. Geisterbahnen und Spukhäuser - im Englischen «Haunted Houses» genannt - sind ein gutes Beispiel dafür. Dabei läuft oder fährt man durch schmale Gänge und schummrig ausgeleuchtete Räume: immer in der Angst vor der nächsten Gruselszenerie oder dass ein Profi-Erschrecker aus dem Nichts springt, um einem einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Sehr beliebt sind ausserdem Grusel- und Horrorfilme. Bei Gruselfilmen kriecht einem die Angst langsam unter die Haut, während es in Horrorwerken durchaus blutig und brutal zugeht. Beides tut man sich im normalen Leben ungern an - in der Kinobranche aber gehören diese Genres zu den wichtigsten Märkten und spielen regelmässig ein Vielfaches ihrer Produktionskosten ein.

Zu den frühen Klassikern aus den 1970er Jahren gehören «Der Exorzist» und «Der weisse Hai», die bis heute zu den erfolgreichsten Horrorfilmen zählen. Die Lust an der Angst ist bis heute ungebrochen. Gerade erst ist «Halloween Kills» mit Jamie Lee Curtis in die Kinos gekommen - der bereits zwölfte Film der Reihe um den Serienmörder Michael Myers mit der weissen Maske.

Egal, wie abgebrüht jemand ist und egal, wie sehr man erwartet, dass der Killer gleich aus dem Dunkel auftaucht: Irgendwann erwischt es wohl jeden von uns. Dann zucken wir zusammen und klammern uns an unseren Kinonachbarn.

Warum aber tun wir uns das bloss an? Warum gruseln wir uns manchmal so gern? Ein wichtiger Faktor ist dabei sicherlich, dass wir uns dann bewusst in solche Situationen begeben. Wir entscheiden, wann wir uns fürchten wollen. Meist sind wir dann auch nicht allein, sondern zusammen mit Freunden oder der Familie. Dann wird aus dem Grusel gleich noch ein Gemeinschaftserlebnis.

Das Gute an so einem Schreckmoment ist auch, dass wir alles andere vergessen. Wir sind dann nur in dieser einen Situation und denken an nichts anderes. Das kann, trotz der Anspannung, durchaus entspannend sein. Entscheidend für den Spass ist ausserdem die Sekunde direkt nach dem Schreck. Der Moment, wenn das Adrenalin, das eben noch in die Höhe gejagt ist, wieder absackt. Dann realisieren wir, dass wir in Sicherheit sind - und lachen erleichtert auf.

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