Über das Verschwinden von Peggy: «Höllental»

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Die neunjährige Peggy verschwindet auf dem Heimweg von der Schule - spurlos. Fast 20 Jahre später glaubt niemand mehr, dass das Verbrechen je aufgeklärt wird. Das ist auch nicht das Ziel der neuen Serie, die im ZDF läuft.

    Blick auf Lichtenberg in Oberfranken, den Wohnort der verschwundenen Peggy und ihrer Familie. Foto: Alexander Gheorghiu/ZDF/dpa
    Blick auf Lichtenberg in Oberfranken, den Wohnort der verschwundenen Peggy und ihrer Familie. Foto: Alexander Gheorghiu/ZDF/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Schon wenige Stunden nach dem Verschwinden von Peggy Knobloch im Frühjahr 2001 belagerten Journalisten ihren fränkischen Heimatort Lichtenberg.

    Sie berichteten über jeden noch so kleinen Hinweis, sie liessen die Einwohner nicht in Ruhe und begaben sich selbst auf Spurensuche.

    Auch nachdem die Ermittlungen vor ein paar Monaten offiziell eingestellt wurden, scheint das Interesse nicht abzureissen. In sechs Folgen rollt eine ZDF-Serie ab dem 8. Januar (Freitag) einen der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle Deutschlands noch einmal auf.

    «Höllental» heisst die Serie - so wie das Flusstal im Frankenwald, an den die Kleinstadt Lichtenberg direkt angrenzt. Das ZDF nützt den furchteinflössenden Namen und zeigt tatsächlich ein Tal der Hölle: Die Kamera fliegt über die dichten Baumwipfel, verirrt sich auf der Suche nach dem Mädchen zwischen den Bäumen. Selten hat ein Wald so bedrohlich gewirkt.

    Auch Lichtenberg wird nur als verlassener Ort zwischen Nebelschwaden gezeigt. Die Strassen menschenleer, die Stimmung erdrückend. Keine Frage, mag der Zuschauer denken: Hier muss ein solches Verbrechen stattfinden. «Wir zeigen diese Orte in einer von Menschen und Fahrzeugen entleerten Hyperrealität», erklärte die Regisseurin Marie Wilke. «Die Welt in "Höllental" ist für mich ein Modell der realen Welt, in der verschiedene Versionen der möglichen Wirklichkeit dargestellt werden.»

    Originalschauplätze wechseln sich ab mit Aufnahmen von Polizeiakten, Fotos und Medienberichten. Die Doku-Serie lässt Journalisten und Nachbarn detailgetreu von Peggy berichten. Über ihren Alltag, ihre Offenheit gegenüber Fremden und ihre letzten Stunden. Polizisten geraten ins Stocken, wenn sie von dem Gefühl der Ohnmacht erzählen, das sich im Laufe der Jahre nur noch verstärkte. Immer wieder weicht dabei die düstere Hintergrundmusik ein paar Sekunden Stille.

    Schauspieler oder Fiktion braucht das True-Crime-Format nicht, die Realität ist erdrückend genug. Von dem spurlosen Verschwinden, den Fehlern bei den Ermittlungen und im Gerichtssaal über das Finden der Leiche bis zum Einstellen des Verfahrens mangels Beweisen. Sechs Folgen braucht die Serie, um das Verbrechen neu zu erzählen. Doch wirklich Neues bringt «Höllental» nicht hervor.

    «Ich bin nicht mit einem investigativen oder journalistischen Anspruch an "Höllental" herangegangen», betonte die Regisseurin. Der Gedanke an Peggy sei für sie zentral gewesen. Sie habe nach einer Haltung gesucht, wie sie die Geschichte des Verschwindens erzählen kann. So lässt die Serie viele Fragen offen - wie das Verbrechen selbst.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    a
    66 Interaktionen
    Heute Midterms
    «Kämpften minutenlang gegen drei bissige Hunde»
    33 Interaktionen
    Attacke in Winterthur

    MEHR IN PEOPLE

    gülsha
    223 Interaktionen
    Teures Bio
    liebe
    Herzzerreissend
    David Schwimmer
    Für immer Ross Geller
    s
    6 Interaktionen
    Neuer Film

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    1 Interaktionen
    Stuttgart
    4 Interaktionen
    Frankfurt/Main
    Wolodymyr Selenskyj Friedrich Merz
    88 Interaktionen
    Für die Ukraine
    Halloween präparierte Süssigkeiten
    20 Interaktionen
    In Europa