Reiche Chinesin gibt Serie für Kuss mit Star in Auftrag

Simon Binz
Simon Binz

China,

Für einen Kuss mit ihrem Lieblingsschauspieler liess eine wohlhabende Chinesin eine eigene Serie produzieren – und übernahm gleich die Hauptrolle selbst.

China Schauspielerei
Eine reiche Chinesin wollte unbedingt Zhong Yufei küssen, dafür liess sie eine eigene Serie produzieren. - Screenshot/Reddit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine wohlhabende Chinesin liess für einen Kuss mit ihrem Star eine Serie produzieren.
  • Schauspieler Zhong Yufei musste laut eigenen Angaben unangenehme Kussszenen ertragen.
  • Die fertige Serie wurde wegen der intimen Szenen offenbar nie ausgestrahlt.

Eine wohlhabende Chinesin soll eine eigene Kurzserie finanziert und sich darin selbst die weibliche Hauptrolle gesichert haben. Der Grund: Sie wollte ihren Lieblingsschauspieler, den 23-jährigen Zhong Yufei, küssen können. Über den kuriosen Fall berichten mittlerweile mehrere Medien, auch auf Reddit wird er rege diskutiert.

Wie ungewöhnlich der Auftrag gewesen sein soll, zeigt ein Video, in dem Produzentin Meng Xing zu Wort kommt. Demnach sei eine vermögende Frau mit dem Wunsch nach einer massgeschneiderten Serie an sie herangetreten.

Müssen Schauspielerinnen und Schauspieler besser geschützt werden?

«Es gibt keine Anforderungen, nur 60 Kussszenen in 50 Folgen», erinnert sich Meng Xing an die Vorgabe. Zusätzlich habe die Auftraggeberin ausdrücklich verlangt, Zhong Yufei als männlichen Hauptdarsteller zu besetzen.

Schauspieler meldet sich zu Wort

Was zunächst nach einer skurrilen Anekdote klingt, bekommt durch die Schilderungen des Schauspielers eine ernstere Note. Nachdem die Geschichte im Netz kursierte, meldete sich Zhong Yufei selbst zu Wort, Ausschnitte davon verbreiteten sich ebenfalls auf Reddit.

Mit intimen Szenen vor der Kamera habe er grundsätzlich kein Problem, erklärt er. «Schauspielern ist mein Job. Ich spiele genau das, was im Drehbuch steht.»

Bei der Art und Weise, wie die Küsse abgelaufen seien, habe er allerdings eine Grenze gesehen. Sinngemäss fordert er, ihm dabei nicht die Zunge in den Mund zu stecken und ihn nicht mit Speichel zu bedrängen.

Schauspieler
Nachdem die Geschichte im Netz kursierte, meldete sich Zhong Yufei selbst zu Wort, Ausschnitte davon verbreiteten sich ebenfalls auf Reddit. - Screenshot/Reddit

Das niederländische Algemeen Dagblad (AD) schildert eine Situation bei der ersten Kussszene: Zhong Yufei sei zurückgewichen, woraufhin ihn seine Co-Darstellerin am Hinterkopf festgehalten und geküsst haben soll.

Trotz seines Unbehagens habe der Schauspieler die Situationen damals hingenommen. «Ich habe es ausgehalten, ich habe es toleriert», sagt er. Sein Machtgefälle am Set begründet er so: «Schliesslich war sie die Investorin.»

Hinzu sei gekommen, dass er zu diesem Zeitpunkt erst kurz in der Branche gearbeitet habe und Sorgen hatte, wie das Set-Team auf eine Weigerung reagieren würde.

Crew hatte Bedenken wegen Kussszenen

Auch hinter den Kulissen soll die hohe Anzahl der Kussszenen für Diskussionen gesorgt haben. Laut AD hätten Crewmitglieder eingewendet, dass 60 Küsse in 50 Episoden die Handlung aus dem Gleichgewicht bringen könnten.

Die Investorin habe sich davon nicht überzeugen lassen und zusätzlich Einfluss auf das Drehbuch verlangt. Weil die Finanzierung von ihr abhing, habe sich die Crew in einer schwierigen Position befunden.

Besonders bitter: Die fertige Produktion soll laut AD gar nie auf der vorgesehenen Streaming-Plattform gelandet sein. Diese habe die Ausstrahlung wegen der zahlreichen intimen Szenen abgelehnt, die nicht mit den geltenden chinesischen Vorgaben vereinbar gewesen seien.

Schauspielerei
Produzentin Meng Xing beschreibt, wie eine reiche Chinesin sie kontaktierte um die Serie zu realisieren. «Es gibt keine Anforderungen, nur 60 Kussszenen in 50 Folgen», erinnert sich Meng Xing an die Vorgabe. - Screenshot/Reddit

Meng Xing habe sich später bei Zhong Yufei entschuldigt und angekündigt, Schauspieler künftig vertraglich besser vor übergriffigem Verhalten durch Geldgeber schützen zu wollen.

Seine Erfahrung nutzt der 23-Jährige nun für einen Appell an andere Schauspieler: Auch wenn die Branche schwierige Zeiten durchmache, sollten sie auf ihre persönlichen Grenzen achten. Bei allem, was über die eigentliche professionelle Arbeit hinausgehe, sollten Schauspieler Nein sagen können.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #5053 (nicht angemeldet)

Nicht jeder sieht aus wie aus Jointdrehpapier zusammengebaut.

User #5053 (nicht angemeldet)

Joints sind billiger. Sehen aber besser aus.

Weiterlesen

Xi Jinping (r), Präsident von China, wird im Regierungspalast in Panama-Stadt von seinem Amtskollegen Varela empfangen.
9 Interaktionen
Bis 2050
Leipzig

MEHR IN PEOPLE

Bruce Willis
4 Interaktionen
Trotz Demenz
-
23 Interaktionen
«Nie erkannt!»
-
Playmate missbraucht?
-
120 Interaktionen
«Keine Gnade»

MEHR AUS CHINA

china
10 Interaktionen
800 km/h
hitze
159 Interaktionen
Studie
c919
16 Interaktionen
Peking