Geburtstag

    Promi-Geburtstag vom 22. Februar 2020: Julie Walters

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    Grossbritannien,

    Zwei Oscar-Nominierungen und eine Nebenrolle in den Harry-Potter-Filmen haben die beliebte britische Schauspielerin international bekannt gemacht. Nun überschattet eine Krebsdiagnose Julie Walters Geburtstag.

    Die Krebsdiagnose überschattet den Geburtstag von Julie Walters. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa
    Die Krebsdiagnose überschattet den Geburtstag von Julie Walters. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach einer schweren Krebserkrankung will sie kürzertreten, ihr neuer Film ist deshalb möglicherweise ihr letzter.

    Zwei Tage vor ihrem 70. Geburtstag an diesem Samstag machte die britische Schauspielerin Julie Walters bekannt, dass sie eine Darmkrebs-Operation hinter sich hat. Aus diesem Grund mussten auch mehrere Szenen in «The Secret Garden» geändert werden. Der Film, in dem sie an der Seite von Colin Firth spielt, soll bald in die Kinos kommen.

    Sie habe nun eine ganz andere Sicht auf das Leben, sagte Walters in einem BBC-Interview. «Der Mensch vor der Operation war ein anderer als diese Person hier.» Jüngere Zuschauer kennen Julie Walters vor allem als warmherzige Molly Weasley, die Mutter von Harry Potters bestem Freund Ron; ältere erinnern sich an ihre fulminante Rolle in «Rita will es endlich wissen» (Educating Rita), für die sie eine Oscar-Nominierung erhielt.

    Die Bio-Farm ihres Mannes Grant Roffey mit Rindern, Schafen und Schweinen in der Nähe von Plaistow in Südengland ist normalerweise ihr Rückzugsgebiet vom Stress des Filmgeschäfts. In der BBC-Sendung «Victoria Derbyshire» erinnerte sie sich an den Moment, als sie ihm von ihrer Krebsdiagnose berichtete: «Ich werde sein Gesicht nie vergessen. Die Tränen kamen ihm in die Augen.»

    Walters wuchs in Birmingham auf. «Ich komme aus einer Familie, in der jeder verdammten Sache Drama verpasst wurde», sagte sie der Zeitschrift «Saga». Ihr Vater war Bauarbeiter; zu ihrer irischen Mutter hatte sie eine schwierige Beziehung – «nichts war jemals gut genug». Die Ausbildung zur Krankenschwester brach sie ab, um ihrem Traum von der Bühne zu folgen. Ihre Mutter prophezeite ihr, sie werde «mit 20 in der Gosse landen», erzählte die inzwischen geadelte Dame Julie beim BFI-Gespräch.

    Bekannt wurde sie zunächst durch Fernseh-Sketche mit der Komödiantin Victoria Wood, die sie beim Studium in Manchester kennengelernt hatte. Später schufen sie eine Seifenopern-Persiflage und erhielten 1981 sogar eine eigene Show, «Wood and Walters», in der Julie Walters ihr komödiantisches Talent demonstrieren konnte.

    Ihre Karriere startete ab 1980 durch: Erst wurde sie für die Bühnenversion von «Rita will es endlich wissen» mit Preisen überhäuft. Dann spielte sie 1983 neben Michael Caine die Hauptrolle in dem Film über eine Friseurin aus der Arbeiterklasse, die es sich in den Kopf gesetzt hat zu studieren. «Rita will es endlich wissen» machte Julie Walters international bekannt und brachte ihr einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung ein. Ihre zweite Nominierung erhielt sie für ihre Nebenrolle als Ballettlehrerin in «Billy Elliot» knapp zwanzig Jahre später.

    Dazwischen spielte sie unter anderem die Bordellbesitzerin Cynthia Payne in dem Film «Personal Service» (1987), die naive Ehefrau von Phil Collins in «Buster» (1988) und posierte nackt in «Kalendar Girls» (2003) als respektable Hausfrau. «Alle hatten eine Riesenangst», verriet sie beim BFI-Gespräch. «Helen Mirren brachte Champagner und wir betranken uns alle am Vorabend.»

    Trotz des internationalen Erfolgs arbeitete sie weiterhin viel fürs britische Fernsehen und stellte umstrittene Frauen wie die krebskranke Nordirlandpolitikerin Mo Mowlam 2010 in «Mo» dar. Danach hatte sie eine Schaffenskrise: «Ich wollte sehen, wo ich im Leben stehe und was ich will», sagte Julie Walters dem «Guardian». «Ich war mir nicht sicher, ob ich noch arbeiten wollte.» Sie entschied sich, nur noch Rollen zu wählen, die entweder eine richtige Herausforderung sind, oder lukrativ sind und Spass machen.

    Seither war sie in «Mary Poppins’ Rückkehr», sowie den Paddington-Filmen und der Verfilmung des Abba-Musicals sowie dessen Fortsetzung «Mamma Mia! Here we go again» zu sehen – neben Hollywood-Star Meryl Streep. «Es war so einschüchternd, weil ich mit ihr aufgewachsen war und sie verehrt habe», sagte Walters im BFI-Gespräch. «Dann arbeitest du plötzlich neben ihr und redest über Erkältungen und die Wechseljahre.»

    Als sie die zehnteilige Serie «Indian Summer» über die indische Unabhängigkeit drehte, reiste Julie Walters eine Woche früher an, um sich an das Klima zu gewöhnen. Auch ihre Zeilen zu lernen, werde schwierig: «Ich muss jetzt Dinge im Voraus lernen», sagte sie «Saga», «was ich noch nie in meinem Leben machen musste.»

    In dem Drama «Filmstars Don't Die in Liverpool» spielte Walters die Mutter eines jungen Schauspielers, der mit der 30 Jahre älteren Hollywood-Diva Gloria Grahame (Annette Bening) eine Liebesaffäre hat – eine wahre Geschichte.

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