Naomi Campbell: Enger Epstein-Kontakt nach Knast
Naomi Campbell lud Jeffrey Epstein auch nach seiner Haftstrafe 2008 zu Events ein. Ihr Anwalt sagt, sie habe erst 2019 von den Straftaten erfahren.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Name von Naomi Campbell taucht Hunderte Male in den Epstein-Files auf.
- Auch nach dessen Verurteilung und Haftstrafe im Jahr 2008 standen sie in Kontakt.
- Sie flog auch im Privatjet, betont aber, nichts Unangemessenes gesehen zu haben.
Über die Jahre baute sich Jeffrey Epstein (†66) ein grosses Netzwerk an reichen und mächtigen Freunden und Kunden auf. Er tat dies in seiner Rolle als Geschäftsmann, Philanthrop und jemand, der Wünsche in Erfüllung gehen lässt.
2008 kam eine weitere Rolle hinzu: Verurteilter Sexualstraftäter.
Doch trotz der Haftstrafe, die er wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution absass, wandten sich viele Freunde nicht ab. So auch Naomi Campbell (55).
Wie «PageSix» berichtet, kommt das Supermodel in den veröffentlichten Akten hunderte Male vor – auch nach 2008.
Zum ersten Kontakt kam es demnach 2001 auf der Geburtstagsparty von Campbell in Saint-Tropez (F). Ihr damaliger Freund soll Epstein und dessen Gehilfin Ghislaine Maxwell (64) eingeladen haben. Gegenüber der «Times» bestätigte Campbells Anwalt Martin Singer die Anwesenheit der beiden. Sie seien aber noch rund 20 Minuten wieder gegangen.
In den darauffolgenden Jahren standen Epstein und Campbell immer wieder in Kontakt. Das Supermodel lud ihn beispielsweise zu ihrem Geburtstag im Jahr 2004 ein.
Naomi Campbell lud Epstein zu Party im Jahr 2010 ein
In den Epstein-Akten findet sich auch eine «Liste von Leuten, die Epsteins Adresse brauchen». Gemeint ist seine Anschrift im Gefängnis, um Briefe zu erhalten. Auch Campbells Name findet sich auf der Liste.
Anwalt Singer sagt, seine Mandantin habe «keine Ahnung, wer die Liste erstellt hat oder weshalb ihr Name darauf ist». Sie habe nie um seine Gefängnisadresse gebeten oder mit ihm während der Haftstrafe kommuniziert.
Danach aber schon: So lud sie ihn zu einer Party von «Dolce & Gabbana» im Jahr 2010 ein. Ein Assistent von Epstein antwortete, dass der Millionär komme, wenn möglich mit zwei Gästen.

Im selben Jahr lud Campbell ihn auch zu ihrem 40. Geburtstag ein: «Wir würden uns sehr freuen, wenn du dabei wärst.» Es sei eine «private Veranstaltung für ihre engen Freunde und Familien», schrieb ein Angestellter des Supermodels.
Martin Singer verteidigt Campbell: Sie habe die Gästeliste nicht erstellt. Zudem sei Epstein nicht zur Party gekommen.
Einige Jahre später standen Campbell und Epstein wieder in Kontakt – zumindest über Vertreter. So bat das Model darum, den Privatjet nutzen zu dürfen. Wegen des Wetters war dies gemäss den Dokumenten aber nicht möglich.
Anwalt bestätigt, dass Campbell im Jet flog
Anwalt Singer bestätigt, dass Campbell einige Male im Jet von Jeffrey Epstein war. Sie habe aber nie irgendwelches unangemessenes Verhalten beobachtet. Sie hätte sofort gehandelt, um zu helfen, wenn sie junge Missbrauchsopfer gesehen hätte.

Zudem habe sie bis zu seiner Verhaftung 2019 nichts von seinen «abscheulichen Straftaten» gewusst. Der letzte Kontakt war gemäss den Dokumenten im Jahr 2016.
Nach der Verhaftung von Epstein äusserte sich Naomi Campbell und sprach von «unentschuldbaren» Verbrechen. Als sie von den Vorwürfen gehört habe, sei ihr «übel» geworden.
Obwohl Naomi Campbell in Kontakt mit Epstein stand und mit ihm befreundet war, wird ihr keinerlei Fehlverhalten vorgeworfen.
















