Musiker Bruno Kramm stirbt mit 58 Jahren nach Konzert in Granada
Der Musiker Bruno Kramm ist nach einem Konzert in Granada mit 58 Jahren gestorben. Die genaue Todesursache ist bislang ungeklärt.

Bruno Kramm, Mitgründer der Band Das Ich, ist nach einem Konzert im spanischen Granada gestorben. Er wurde 58 Jahre alt, wie der «Deutschlandfunk Kultur» am 28. September berichtet.
Kramm stand am Freitagabend gemeinsam mit seinem langjährigen Bandkollegen Stefan Ackermann auf der Bühne. Nach dem Auftritt brach der Musiker in den Räumen des Veranstaltungsortes zusammen, schreibt der «Spiegel».
Nach Angaben der «Bild» wurden Rettungskräfte und Polizeibeamte nach dem Zusammenbruch alarmiert. Die Einsatzkräfte fanden Kramm bewusstlos in seiner Garderobe vor, konnten ihn jedoch nicht mehr retten.
Todesursache bleibt zunächst unklar
Sanitäter des andalusischen Rettungsdienstes bestätigten anschliessend seinen Tod. Die Formalitäten für die Überführung des Leichnams nach Deutschland wurden danach eingeleitet, so die «Bild» weiter.
Die genaue Todesursache war zunächst nicht bekannt. Laut dem «Spiegel» berichteten spanische Medien unter Berufung auf Polizeiquellen, dass die Behörden von einem natürlichen Tod ausgingen.
Bruno Kramm und Stefan Ackermann lernten sich 1986 in Bayreuth kennen. Ende der 1980er-Jahre gründeten sie Das Ich, das später zu einem prägenden Namen der Neuen Deutschen Todeskunst wurde.
Musiker Bruno Kramm prägte Das Ich und engagierte sich politisch
Kramm formte den Klang der Band als Keyboarder, Komponist und Produzent entscheidend mit. Der «Deutschlandfunk Kultur» ordnet Das Ich dem Gothic- und Dark-Wave-Umfeld zu, in dem die Gruppe international bekannt wurde.
Auch die «Bild» verweist auf die langjährige Bedeutung der Band für die europäische Industrial-Szene. Das Ich verband demnach Post-Punk, Dark Wave und Gothic-Industrial mit deutschen Texten und aufwendig inszenierten Auftritten.
Zur Geschichte der Band gehört auch ihr Auftritt beim ersten Wave-Gotik-Treffen 1992 in Leipzig. Kramm engagierte sich zeitweise politisch bei der Berliner Piratenpartei und bei Bündnis 90/Die Grünen.
Bruno Kramm zwischen Politik, Musik und Familie
2016 trat Kramm als Spitzenkandidat der Piratenpartei bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus an. Nach dem Wahlkampf zog er sich aus der Parteiführung zurück, wie der «Spiegel» in seinem Nachruf berichtet.
Auch nach seinem politischen Engagement blieb die Musik ein zentraler Bestandteil seines Lebens. Kramm hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder, schreibt die «Bild».

Über Jahrzehnte prägte er Das Ich als Keyboarder, Komponist und Produzent. Mit seinem Tod endet damit die Laufbahn eines Musikers, der die Entwicklung der Band massgeblich mitgestaltete.
















