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    Kunstbiennale Venedig im Zeichen von Corona-Krise und Krieg

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    Deutschland,

    Wegen der Corona-Pandemie ist die 59. Kunstbiennale um ein Jahr verschoben worden. Am Samstag ist nun die Eröffnung.

    Die Künstlerin Maria Eichhorn hat den Deutschen Pavillon der 59. Kunstbiennale in Venedig gestaltet.
    Die Künstlerin Maria Eichhorn hat den Deutschen Pavillon der 59. Kunstbiennale in Venedig gestaltet. - Jens Ziehe/Deutscher Pavillon auf der Biennale in Venedig/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die coronabedingt um ein Jahr verschobene Kunstbiennale Venedig steht aus Sicht ihrer Kuratorin Cecilia Alemani im Zeichen der Pandemie und des russischen Krieges gegen die Ukraine.

    Wegen der Corona-Krise sei die 59. Biennale weitgehend von ihrem Büro in New York entstanden, sagte Alemani am Mittwoch in Venedig.

    Von Samstag an bis zum 27. November werden in der von ihr verantworteten Ausstellung «The Milk of Dreams» mehr als 1500 Arbeiten von 213 Künstlerinnen und Künstlern aus 58 Ländern zu sehen sein. Der Titel geht zurück auf ein Kinderbuch der surrealistischen Künstlerin Leonora Carrington (1917–2011), die darin eine sich durch Imagination ständig neu erfindende magische Welt beschreibt. Daneben sind 80 Länder mit eigenen Pavillons Teil der Biennale, die neben der documenta in Kassel als wichtigste Ausstellung für Gegenwartskunst gilt.

    Mehr Künstlerinnen als Künstler

    Alemani hat zu einem ganz überwiegenden Teil Künstlerinnen eingeladen. Sie begründete dies mit «den grössten Talenten», zudem sei mit Blick auf die Geschichte der Biennale festzustellen, dass die Repräsentanz von Künstlerinnen nie auf einer gleichen Basis erfolgt sei. Auch aus Deutschland sind bis auf wenige Ausnahmen nur Künstlerinnen eingeladen.

    Mit Blick auf Russland und die Ukraine sagte Alemani, es sei angesichts des Krieges noch schwieriger, über den Sinn von Kunst nachzudenken. Der russische Pavillon bleibt nach Rückzug des künstlerischen Teams leer.

    Die Ukraine ist durch Pawlo Makow in einem Pavillon vertreten. Biennale-Präsident Roberto Cicutto verwies zudem auf die zentrale Arbeit «Piazza Ucraina» in den Giardini. Dort sollen hinter einer Reihe aus Sandsäcken Arbeiten etwa von ukrainischer Künstlerinnen und Künstlern hinterlegt werden, die nicht reisen können.

    Maria Eichhorn im Deutschen Pavillon

    Im Deutschen Pavillon hat die in Berlin lebende Künstlerin Maria Eichhorn die Struktur des von den Nazis umgebauten Gebäudes und so seine Geschichte freigelegt. Die faschistische Architektur war immer wieder Anlass künstlerischer Auseinandersetzung. Zur Biennale 1993 liess Hans Haacke den Boden zertrümmern. Der gemeinsam mit Nam June Paik gestaltete Pavillon erhielt den Goldenen Löwen als bester nationaler Beitrag. Diese Auszeichnung bekamen auch Gregor Schneider (2001), Christoph Schlingensief für seine 2011 ein Jahr nach seinem Tod realisierte Arbeit und zuletzt Anne Imhof 2017.

    Zur fünfköpfigen Jury, die am Samstag mehrere Preise vergeben wird, gehören in diesem Jahr auch Susanne Pfeffer, Direktorin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst, und der designierte Direktor des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung.

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