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Claudia Skoda - Strickmaschine im Underground

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Deutschland,

«Dressed To Thrill» heisst eine Ausstellung in Berlin, in der die Besucher auf das Schaffen der Designerin Claudia Skoda zurückblicken können.

Claudia Skoda, deutsche Strickdesignerin und Ikone der Berliner Undergroundszene, in der Ausstellung. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
Claudia Skoda, deutsche Strickdesignerin und Ikone der Berliner Undergroundszene, in der Ausstellung. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Strickpullis der 70er Jahre riechen nach groben Maschen und «Atomkraft? Nein Danke»-Stickern.

Claudia Skoda hat der Wolle dieser Zeit eine andere Welt erschlossen.

Mit ihrer Strickmaschine reflektierte die Modedesignerin die Underground-Szene West-Berlins der 70er und 80er Jahre. Begleitet wurde sie dabei von Künstlern wie Martin Kippenberger, Luciano Castelli, Ulrike Ottinger, Tabea Blumenschein, Kraftwerk oder Jim Rakete. Die vielfältigen Stationen dieser Zeit zeigt die Ausstellung «Claudia Skoda: Dressed To Thrill» im Berliner Kulturforum bis zum 18. Juli.

Während Andy Warhol seine Factory in New York zu Weltruhm führte, zog Skoda mit befreundeten Paaren die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Fabrikneu auf. Auch die Fabriketage in Berlin Kreuzberg sollte nachhaltigen Einfluss auf die Kunst- und Kulturszene entwickeln. Hier schuf etwa der - damals noch unbekannte - Kippenberger aus rund 1300 Fotografien einen Laufsteg für die gestickten Modelle von Skoda. Für die Ausstellung ist die riesige Collage an zentralem Punkt wieder vereint mit zahlreichen Modellen Skodas aus dieser Zeit.

Die Kuratorinnen Britta Bommert und Marie Arleth Skov blicken auch auf Querverbindungen zur Musik. Skoda, die sich selbst kurz als Musikerin probierte, kreierte Strickware für David Bowie, Tangerine Dream, die Neonbabies, Donna Summer, Cher oder Tina Turner. «Wir haben uns schon sehr viel Mühe gegeben, unseren Stil zu finden», sagt Skoda nun rückblickend. Bowie war es auch, der ihr zu einem Shop in New York riet, noch bevor sie einen Berliner Laden eröffnete. Und doch galt für sie - und gilt bis heute: «Mir schreibt keiner was vor.»

Unabhängigkeit und Freigeist scheinen greifbar etwa im Kapitel Frauenfreundschaften und Frauenrollen, wo Skodas figurbetonende Mode und die selbstbewusste Darstellung ein Bild von Stärke und Eigenwillen vermitteln.

Entsprechend extravagant fielen auch spätere Modeschauen aus, die von der Kreuzberger Fabrik aus West-Berliner Hotspots wie den Gropius Bau erschlossen. Die Ausstellung zeigt dabei per Videoinstallation Beispiele, wie weit voraus Skodas künstlerische Extravaganz den Laufstegen der Zeit war. Während zwei Kunstperformer weitgehend nackt und ganzkörpergeschminkt am Hochtrapez schweben, stolzieren Models hinter Baustellengittern zu Elektrobeats wie Vögel in einem Käfig.

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