In München (D) hat Barrie Kosky seine erste Aufführung von «Die Fledermaus» als Regisseur inszeniert und damit den Operettenrausch erleben können.
Barrie Kosky
Der Regisseur Barrie Kosky. (Archivbild) Foto: Jörg Carstensen/dpa - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Regisseur Barrie Kosky hat in München eine neue «Fledermaus» auf die Bühne gebracht.
  • Die Operette wurde bei der Premiere in der Bayerischen Staatsoper vom Publikum gefeiert.
  • Nach Angaben ist Koskys Inszenierung die erste neue «Fledermaus» seit 26 Jahren.

Barrie Kosky im Operettenrausch: Der Regisseur hat in München (D) eine neue «Fledermaus» auf die Bühne gebracht – seine erste. Die Version-Premiere der Rache-Operette von Johann Strauss wurde am Samstagabend in der Bayerischen Staatsoper vom Publikum gefeiert.

Jahrelang hatte sich der gebürtige Australier dagegen gewehrt, die «Fledermaus»-Operette zu inszenieren. Doch jetzt stürzt er sich kopfüber hinein und suhlt sich geradezu in der von Strauss' beschwingten Melodien untermalten Komik.

«Der Champagner hat's verschuldet.» So heisst es am Schluss des letzten Aktes und die Produktion des 56-Jährigen wirkt streckenweise selbst wie ein grosser Champagnerrausch. Er weicht schliesslich Kater und Ernüchterung in der Ausnüchterungszelle.

Das liegt vor allem an den orgienartigen, farbenfrohen, hervorragend choreografierten Massenszenen, die Koskys Inszenierung ausmachen. Sie sorgen dafür, dass seine «Fledermaus» vor allem optisch und sinnlich wirkt, weniger intellektuell. Leider macht sie bei den Gefängnisszenen im dritten Akt auch vor allzu schenkelklopferischem Humor nicht Halt.

Barrie Kosky: «Neuer Blick über das Stück»

Trotzdem (oder gerade deshalb) wird Kosky gefeiert, als der Vorhang fällt. Ebenso wie der Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, Vladimir Jurowski, am Dirigentenpult. Zudem auch Georg Nigl als Gabriel von Eisenstein, Diana Damrau als Rosaline, Katharina Konradi als Adele. Weiter wird Andrew Watts als Prinz Orlofsky und das gesamte Sänger-Ensemble gefeiert.

Einen «neuen Blick über das Stück» hatte Barrie Kosky versprochen und angekündigt: «Ich möchte München einen kleinen Vorgeschmack auf diesen Kosky-Operettenrausch geben.» Nach München inszeniert Kosky eine weitere Operette, um die er eigentlich einen grossen Bogen machen wollte: «Die lustige Witwe» von Franz Lehár in Zürich.

Nach Angaben der Bayerischen Staatsoper ist Koskys Inszenierung die erste neue «Fledermaus» seit 26 Jahren. Opernintendant Serge Dorny sagte nach der Premiere: «Es war hochnotwendig, eine neue «Fledermaus» zu haben.»

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