«Anzeigenhauptmeister» im Fokus der Justiz
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 19-jährigen Niclas M., der durch seine umstrittenen Anzeigenaktionen als «Anzeigenhauptmeister» bekannt wurde.

Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen den 19-jährigen «Anzeigenhauptmeister» Niclas M. wegen mutmasslichem Verstoss gegen das Waffengesetz und Beleidigung von Religionsgemeinschaften. Das berichtet die «Kleine Zeitung».
Niclas M. wurde durch seine zahlreichen Anzeigen gegen Falschparker in Deutschland bekannt. 2023 zeigte er über 4'000 Verstösse an, was bei Behörden und Öffentlichkeit gemischte Reaktionen auslöste, so der «MDR».
Die Ermittlungen umfassen eine Durchsuchung seiner Meldeadresse am 25. November, bei der er nicht angetroffen wurde. Einen Tag später stellte sich M. freiwillig bei der Polizei, wie die «Zeit» berichtet.
«Anzeigenhauptmeister»: Kontroverse Auftritte und Äusserungen
Der «Anzeigenhauptmeister» provozierte bewusst mit Videos, darunter ein Auftritt mit einem Hitlerbart und einem Foto mit einem AfD-Europaabgeordneten. Diese Aktionen riefen scharfe Kritik hervor, meldet die «Kleine Zeitung».

Im Oktober 2024 sorgte M. mit einer öffentlichen Bücherbox-Aktion für Aufsehen. Er sprach von einem Plan, seine mediale Präsenz zu steigern, so «t-online».
Bereits 2024 wurde er wegen Volksverhetzung zu 100 Arbeitsstunden und einer Geldstrafe verurteilt.
Strafrechtliche Folgen drohen
Gemäss § 166 StGB drohen bis zu drei Jahren Haft bei Beleidigung von Religionsgemeinschaften. Die Ermittlungen dauern an, die Unschuldsvermutung gilt, so «N-TV».
M.s Vorgehen hat auch zu Diskussionen über die rechtliche Zulässigkeit und den öffentlichen Umgang mit selbsternannten Ordnungshütern geführt. Die Staatsanwaltschaft will dem Beschuldigten in den kommenden Wochen rechtliches Gehör verschaffen.












