95 Euro für Luxusglacé: Flavio Briatore nennt Käufer «Idioten»
Eine Gelateria in Apulien verspricht ein «kulinarisches Erlebnis» aus Safran und Blattgold für 95 Euro. Für Formel-1-Manager Flavio Briatore eine klare Abzocke.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Mokambo Gelateria verkauft Glacé aus Safran und Blattgold für 95 Euro pro Portion.
- Formel-1-Manager Flavio Briatore kritisiert den Preis öffentlich und bezeichnet die Kundschaft als «Idioten».
- Der Gelateria-Besitzer reagiert gelassen auf die Kritik und rät Briatore, das Glacé zuerst zu probieren.
In der 24'000-Seelen-Stadt Ruvo di Puglia steht sie: Die Mokambo Gelateria. Eisdielen existieren in Italien zwar wie Sand am Meer, doch an die Idee von Besitzer Vincenzo Paparella hat sich bisher noch keiner gewagt.
Neben herkömmlichen Sorten produziert der Unternehmer Glacé-Kreationen mit Zutaten von besonders hochwertiger Qualität. Neben Kaffee, Trüffel oder Mandel-Torrone besteht das Portfolio seines Familienbetriebs auch aus einem Glacé, hergestellt aus iranischen Safranpistillen, verfeinert mit essbarem 24-karätigem Blattgold.
Kostenpunkt? Schlappe 95 Euro (umgerechnet rund 88 Franken) pro gefülltes Cornet! Das Projekt ging vor acht Jahren an den Start – und erwies sich trotz des stolzen Preises als voller Erfolg. Mittlerweile zieht Paparella Kundschaft aus aller Welt an – und macht mit seinem Geschäft ordentlich Kohle. Eine Sache, die dem aktuellen Formel-1-Teamchef Flavio Briatore sauer aufstösst.
Flavio Briatore schiesst gegen Gelateria
In einem TV-Auftritt bei «Pomeriggio Cinque» kritisiert der Ex von Heidi Klum (53) die Geschäftsidee und schiesst mit scharfen Worten gegen die renommierteste Eisdiele Apuliens. «Wer 70 Euro für ein Eis ausgibt, nur weil es mit Blattgold verziert ist, bleibt ein Idiot», spottet der 76-Jährige.
Dass der Preis mittlerweile auf 95 Euro angestiegen ist, spricht für eine hohe Nachfrage. Die Kundschaft nimmt diese Summe für das exklusive Geschmackserlebnis also offenbar in Kauf.

Kurz darauf reagierte Besitzer Paparella im «Corriere della Sera» auf die Kritik. «Ich glaube, Briatore versteht einfach nicht, wer wir sind. Er hat sich wahrscheinlich vorgestellt, wir wären die Sorte Mensch, die ein normales Fior di Latte nimmt, es mit Blattgold verziert und zu einem Wucherpreis verkauft», so der Unternehmer.
«Zahlen sprechen lauter als Kontroverse»
Paparella rät Briatore, die Eisdiele persönlich zu besuchen, bevor er sich ein Urteil bildet. Er stellt klar: «Es ist kein Eis zum Angeben, sondern ein kulinarisches Erlebnis» – mit viel Forschung und Experimentierfreude, die dahinterstecke.
Laut dem Besitzer haben bereits über 2000 Menschen aus aller Welt seine Mokambo Gelateria besucht, 148 stehen aktuell auf der Warteliste. Paparellas Ansage an Motz-Briatore: «Letztendlich sprechen die Zahlen lauter als jede Kontroverse.»

Dass die Kritik ausgerechnet von Briatore stammt, ist kein Zufall. Mit der Luxuskette Crazy Pizza, an der er beteiligt ist, eröffnete der 76-Jährige kürzlich eine Filiale in Apulien. Für eine Pizza Pata Negra mit Premium-Schinken muss man hier 69 Euro (60 Franken) hinblättern.
Glacé-Unternehmer Paparella sieht zwischen den beiden Geschäftsmodellen eine Parallele.
Klums Ex reicht er die Hand: «Wer sich für Crazy Pizza entscheidet, bezahlt nicht nur für eine Pizza, sondern für ein Erlebnis. Bei uns ist es genauso. Wer eine gute Margherita möchte, geht in die Pizzeria um die Ecke. Wer etwas Besonderes sucht, wählt ein Erlebnis. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge, und beides ist völlig legitim.»
















