Mutter

    Mona Vetsch: «Meine Mutter hat Depressionen – bis heute»

    Cheri Reinhardt
    Cheri Reinhardt

    Frauenfeld,

    TV-Moderatorin Mona Vetsch spricht erstmals über die Depression ihrer Mutter. Sie erzählt von der Sprachlosigkeit in ihrer Familie – und wie sie damit umgeht.

    SRF
    Mona Vetsch, Moderatorin bei SRF spricht über ihre Mutter. - Screenshot / SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mona Vetsch spricht erstmals über die Depression ihrer Mutter.
    • Als Kind wusste sie nicht, was mit ihrer Mutter los war.
    • Das Thema wurde in der Familie totgeschwiegen.

    Mona Vetsch (50) gewährt einen ungewöhnlich persönlichen Einblick in ihr Leben. In einem Gespräch mit dem «Tages‑Anzeiger‑Magazin» spricht die SRF‑Moderatorin erstmals öffentlich über die psychische Erkrankung ihrer Mutter. Und darüber, wie lange über das Thema in ihrer Familie geschwiegen wurde.

    Vetsch beschreibt, wie sie als Kind spürte, «dass etwas nicht stimmt», es aber nicht einordnen konnte.

    Hast du selbst mit Depressionen zu kämpfen – oder jemand in deinem Umfeld?

    Die Krankheit ihrer Mutter sei als «etwas Unheilvolles» erlebt worden, über das man damals nicht sprach. Dass ihre Mutter Depressionen gehabt habe, sei lange verborgen geblieben.

    «Gegen aussen hat meine Familie funktioniert»

    Über die Rolle ihrer Mutter in Erinnerung sagt Vetsch: «Gegen aussen hat meine Familie funktioniert. Auch meine Mutter hat funktioniert.»

    «Aber die Wahrheit ist: Sie hat sich mit letzten Kräften aufrecht gehalten und sich dazu noch um Hof und Kinder kümmern sollen.»

    Sie betont, dass die Erkrankung bis in die Gegenwart hinein eine Rolle spiele: «Meine Mutter hatte Depressionen und hat sie noch immer. Sie hatte eine lange, gute Phase, in der die Medikamente wirkten. Aber seit vier, fünf Jahren ist das nicht mehr so.»

    Warum sie jetzt darüber spricht

    Dass sie dieses Thema öffentlich macht, habe sie sich lange überlegt. Sie wollte nicht, dass ihre Mutter auf die Krankheit reduziert wird. Und will auch nicht selbst als «Tochter einer depressiven Mutter» wahrgenommen werden.

    Deshalb habe sie das Gespräch mit ihrer Mutter bewusst gesucht und sie gefragt, ob sie einverstanden sei.

    Hast du ein gutes Verhältnis zu deiner Mutter?

    Die Reaktion der Mutter habe sie überrascht. Sie habe gesagt: «Es heisst doch, man solle über solche Sachen offen reden. Dann machen wir das eben.»

    Die Krankheit war da – das Wissen nicht

    Vetsch sagt, ihre Kindheit sei trotz allem gut gewesen – fantasievoll, lebendig, geprägt von Nähe. Gleichzeitig habe sie früh gelernt, Situationen zu lesen und Stimmungen einzuordnen. «Wenn ich als Kind nach Hause kam, musste ich immer zuerst abchecken: Was ist die Situation?»

    Diese Erfahrung erkläre auch, warum sie Menschen nahekommen könne, sagt Vetsch.

    «Das interessiert mich am Menschsein: wie man mit Brüchen umgeht. Wie man sie einbaut ins Leben.»

    Mona Vetsch seit Jahren im SRF bekannt

    Mona Vetsch (50) ist eine der bekanntesten Moderatorinnen der Schweiz. Sie wurde durch Formate wie «Mona mittendrin» bekannt. Seit Jahren ist sie eine bewährte Moderatorin bei SRF, besonders im Bereich Reportagen und Gesellschaftsformate.

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    Mona Vetsch wird bei ihrer Reise in den Kosovo sofort erkannt. - SRF

    Geboren und aufgewachsen ist sie in der Ostschweiz. Nach ihrer Ausbildung an der Journalistenschule MAZ in Luzern arbeitete sie unter anderem bei Radio SRF 3.

    Vetsch ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Zürich.

    ***

    Brauchst du Hilfe?

    Bist du selbst depressiv oder hast Suizidgedanken?

    Dann kontaktiere bitte umgehend die Dargebotene Hand (www.143.ch). Unter der kostenlosen Hotline 143 erhältst du anonym und rund um die Uhr Hilfe.

    Die Berater können Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen. Auch eine Kontaktaufnahme über einen Einzelchat oder anonyme Beratung via E-Mail sind möglich. Hilfe für Suizidbetroffene: www.trauernetz.ch

    Für Kinder und Jugendliche ist das Telefon 147 da – auch per Whatsapp und E-Mail oder unter www.147.ch.

    Eltern können sich per Telefon, Whatsapp oder E-Mail an die Elternberatung wenden: www.projuventute.ch/elternberatung.

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