Luzerner Vokalartist: Bruno Amstad im Alter von 59 Jahren gestorben
Die Schweizer Musikszene trauert um einen ihrer kreativsten und experimentierfreudigsten Stimmkünstler: Bruno Amstad.

Das Wichtigste in Kürze
- Bruno Amstad ist im Alter von 59 Jahren verstorben.
- Der Luzerner Sänger war als Vokalartist bekannt.
Mit nur 59 Jahren wurde Bruno Amstad plötzlich aus dem Leben gerissen. Der Luzerner war bekannt für seine einzigartige Fähigkeit, Emotionen durch Gesang auszudrücken.
Eine Gabe, die er selbst als unverzichtbar beschrieb: «Mit Singen drücke ich das aus, was ich nicht in Worte fassen kann. Doch worüber zu schweigen für mich unmöglich ist».
Bruno Amstads musikalische Reise begann im Rockzeitalter der 1960er Jahre, wie SRF berichtet. Geboren 1964 und aufgewachsen, mit Bands wie Led Zeppelin als Inspiration. So behielt er das Outfit des Rocksängers bei. Ein grosser Mann mit langen Haaren und meistens gekleidet in schwarzem T-Shirt und Jeans.
Aber während sein Aussehen an den Rock angelehnt blieb, entwickelte sich seine Musik in eine ganz andere Richtung. Sie nahm einen Abstecher weg vom Mainstream hin zu improvisierter Musik und Experimentellem.
Bruno Amstad: Vom Rocksänger zum Stimmexperimentator
Amstad entfernte sich auch von gesungenen Texten. Die Wörter seiner Lieder lösten sich auf in ihre Einzelteile – Silben wurden zu Buchstaben und Laute. Diese wurden zum Material für seine Improvisationen.
Der Inhalt des Gesungenen verlor an Bedeutung, während die Stimme selbst zum Forschungsobjekt wurde. Bruno Amstad erforschte ihre Möglichkeiten bis ins kleinste Detail.
Die Stimme ist das älteste Musikinstrument der Welt und in vielen Kulturen wird mit ihren Möglichkeiten gespielt. Amstad integrierte viele dieser Techniken in seine Kunst, einschliesslich des Obertongesangs. Aber er nutzte auch moderne Technologien wie Loops. Und er war einer der ersten Musiker in der Schweiz, der diese Technik meisterhaft einsetzte.
Mehr als nur ein Sänger
Amstad als Sänger zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung – er war ein wahrer Stimmkünstler. Doch er zog es vor, sich einfach als Musiker zu bezeichnen, denn das war sein wahres Handwerk: Musik machen, ohne sich um Schubladen zu kümmern.
Bis zu seinem plötzlichen Tod blieb Bruno Amstad unermüdlich auf seiner musikalischen Entdeckungsreise durch den riesigen Kontinent der Stimme.








