Stefan Büsser

Krankheit: Stefan Büsser wollte wissen, ob er im Kindergrab landet

Luca Micheli
Luca Micheli

Zürich,

Die Endlichkeit des Lebens beschäftigt Stefan Büsser seit Kindesbeinen. Jetzt spricht der Comedian über prägende Momente in jungen Jahren.

Stefan Büsser
Stefan Büsser spricht über seine unheilbare Lungenkrankheit. - SRF / Gian Vaitl

Das Wichtigste in Kürze

  • Stefan Büsser spricht darüber, wie die unheilbare Lungenkrankheit seine Kindheit geprägt hat.
  • Mit sieben oder acht Jahren habe er seine Mutter gefragt, ob er auch in einem Kindergrab liegen werde.
  • Dem heute 41-Jährigen wurde einst eine Lebenserwartung von nur 18 Jahren vorausgesagt.

«Das merkst du als Kind ja, wenn du anders bist», erinnert sich Stefan Büsser (41).

Zu Gast im «coop.chind»-Podcast zeigt sich der Comedian von seiner nachdenklichen Seite. Denn da gibt es ein Thema, das ihn seit Kleinkind begleitet: Seine zystische Fibrose, eine genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung, bei der zäher Schleim die Atemwege verstopft und Lungeninfektionen begünstigt.

Festgestellt wurde die unheilbare Krankheit kurz nach seiner Geburt. Um sich das Atmen zu erleichtern, war Büssi schon früh auf eine Inhalationstherapie angewiesen. Denn aufgrund seiner Diagnose fällt sein Lungenvolumen kleiner aus als bei anderen Menschen. Später machte sich dies auch im Sportunterricht bemerkbar.

Stefan Büsser
Stefan Büsser zu Gast im «coop.chind»-Podcast. - Youtube / Coop Chind

Dem heute 41-Jährigen gingen schneller die Kräfte aus, ständig habe er gehustet. «Kinder sind ja auch brutal. Kinder merken, wenn ein Kind Schwächen hat. Und da geht das grosse Mobbing dann los», erzählt er.

Zur Gegenwehr auf körperliche Angriffe nutzte er seine Schlagfertigkeit. Eine Gabe, die Büssi im Job heute noch zugutekommt.

«Habe gespürt, dass etwas nicht okay ist»

Prognostiziert wurde seinen Eltern zunächst, dass er gerade einmal 18 Jahre alt werden könne. Dank verbesserter Medikation stieg seine Lebenserwartung später auf 40 Jahre. Auch der Moderator selbst wurde sich seiner Endlichkeit bereits im jungen Alter bewusst.

Büsser erinnert sich: «Ich habe mein Mami mit sieben oder acht Jahren gefragt: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem normalen Grab und einem Kindergrab?»

Nach einem Besuch auf einem Friedhof habe er seine Mutter schliesslich gefragt, ob er selber mal in einem Kindergrab liegen werde. «Ich habe schon irgendwie gespürt, dass etwas nicht okay ist.»

Stefan Büsser
Die Endlichkeit des Lebens beschäftigte den Comedian bereits im Kindesalter. - keystone

Dass seine Lebenserwartung damals deutlich geringer ausfiel, beschäftigte ihn als Teenager offenbar nicht gross. Die Alterszahl 40 schien für Stefan Büsser in weiter Ferne. «Als Jugendlicher kannst du die Zeitspanne nicht einschätzen», sagt er. Heute liegt die Lebenserwartung bei Menschen mit zystischer Fibrose bei rund 65 bis 70 Jahren.

Kennst du jemanden, der an zystischer Fibrose leidet?

Dennoch erkannte Büsser zeitig, dass er seine beschränkte Lebenszeit möglichst sinnvoll nutzen möchte. Der Leitsatz, der ihn früher antrieb? «Weil ich weiss, dass mir nicht gleich viel Zeit wie anderen bleibt, gebe ich mehr Gas als andere.»

Ohnehin gehöre es zu seinem Charakter, kreativ und ständig auf Achse zu sein.

Mit Fleiss zum Glück

Mit gerade mal 16 Jahren fasste der Zürcher bereits in der Medienbranche Fuss. Zusammen mit seinem Kollegen Sascha Wanner baute er eines der ersten Internetradios der Schweiz auf. Mehrere Jahre waren die beiden auf Sendung.

Über verschiedene Radiostationen und DJ-Pulte landete Büsser später beim Schweizer Fernsehen, moderiert dort etwa den «Donnschtig-Jass» und produziert seine eigene Late-Night-Show.

Daneben steht er seit einigen Jahren auch als als Comedian auf der Bühne. Kurzum: Langweilig wird es dem 41-Jährigen so schnell nicht.

Stefan Büsser
Seit 2024 ist Stefan Büsser wöchentlich (zwei Staffeln pro Jahr) mit seiner Late-Night-Show bei SRF auf Sendung. - SRF / Gian Vaitl

Weitere berufliche Ziele verfolgt Büsser nicht konkret, in seiner Branche seien diese schwer planbar, meint er. Langfristig könne er sich aber vorstellen, mehr für Sendungen im Hintergrund oder im Bereich Talentmanagement tätig zu sein. Privat hingegen sehnt sich der Comedian irgendwann nach mehr Rückzug.

Bis es soweit ist, dürfe aber noch eine Weile vergehen. Stefan Büsser: «Im Moment habe ich mega fest Freude, an dem, was ich mache.»

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